Mit dem Roller durch die Wachau.

1 Tag, 4 Tipps. Rollert mit uns von Krems nach Wösendorf.

Diesmal hab ich mir Verstärkung geholt. Denn es steht eine Runde Rollern am Programm. Gut, dass man etliche derart motorisierte Freunde hat. Noch besser, dass sie sich an einem wunderbar sonnigen Sonntag Zeit nahmen für eine Genuss-Tour durch die Wachau.

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Die Crew alias Christian, Murat, Norbert und Wolf.

Die Amerikaner haben Rollercoaster. Wir sind eure Roller-Koster. Probieren, zuhören, verkosten. Mit einer Prise Fahrtwind zwischendurch.

1) In der Wachauer Stube schmex gut

Erste Station: Unterloiben. Und da hat seit einem guten Jahr ein gutes Wirtshaus offen: die Wachauer Stube. Da die Roller-Crew bereits gesättigt war, haben wir nur Palatschinken verkostet. Mit Marillenmarmelade – what else? Die waren sehr fein. Der Blick in die Karte macht Lust auf mehr. Zanderletscho. Kalbsvögerl. Paprikahendl. Jeden Freitag gibt’s Backhendl um € 11, Samstag Mittag Wachauer Mostbratl mit Erdäpfelknödel um € 9,80.

Getränkekarte – alles, was die Wachau so hergibt. Eh klar. Plus ein bisschen Bordeaux. Neben den Weinen gibt’s die Kracherl-Klassiker. Wir sind schließlich mit dem Roller da. Frucade. Schmex – eine Kräuterlimonade, die auch in der Gegend abgefüllt wird. Schmex gut. Alles gut. Ein Teil der Crew setzt auf Cola light. Tja, die harten Jungs von heute …

Im Wirtshaus selbst kann man sehr schön sitzen. Alte Bänke. Ganz alte Malereien an der Wand. Kein Wunder, das Haus gibt’s schon seit 1899. Seit jeher Wirtshaus. Wenn’s warm ist, bietet sich natürlich der Schanigarten an. Mitten im Ort. Mit Blick auf die Vorbeifahrer, Vorbeigeher, Vorbeiroller. Und mit Blick auf unsere nächste Station. Den Tegernseerhof, das Weingut von Martin Mittelbach. Das schaffen wir zu Fuß, Burschen. Unsere Öko-Strecke. Jö, da ist der Martin schon. Wir kommen …

 

2) Rüber zum Nachbarn in den Tegernseerhof.

Drüben im Tegernseerhof. Wir kosten einen Grünen Veltliner Federspiel, der auf den Namen Kreutles hört. Sehr gut. Martin Mittelbach erklärt uns inzwischen, was da vor uns auf dem Tisch liegt. „Stoana und a Erdhaufn“. Grins. Oder anders gesagt: Auf dem Verkostungstisch liegt ein Stück Wachauer Boden. Das Terrain, in dem der Wein wurzelt, den wir gerade trinken. Rundherum ranken hier nicht die Reben. Sondern nette Geschichten, die uns der Martin zum Wein serviert. Zum Beispiel die, dass der Tegernseerhof schon auf über 1.000 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Ja: Tausend Jahre. Denn, das wo wir hier stehen, war früher der Lesehof des Benediktinerklosters Tegernsee. Deshalb der Name. Die Familie Mittelbach bewirtschaftet den Hof schon seit dem 19. Jahrhundert – in der 6. Generation mittlerweile.

Bevor wir weiterdüsen, luchse ich dem Chef noch einen Wachau-Tipp ab. Wo er denn so unterwegs ist, wenn Zeit bleibt? „Hinauf auf den Kellerberg. Vorbei am „Taschen“-Weingarten. Richtung Starhembergwarte. Bevor man in den Wald kommt, gibt’s ein Bankerl. Das ist einzigartig“.

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Lust auf mehr. Ab Richtung Wösendorf!
3) Kaffee olé in der Hofmeisterei Hirtzberger.

Die Roller sind abgestellt. Wir parken uns in den Gastgarten der Hofmeisterei Hirtzberger. Aufmerksamen Vespa-Fahrern fällt auf: Das ist einer der letzten Gastgärten mit großen Kastanien und feinem Kies in der Gegend. Stimmt. Auch ein Grund, warum man’s hier trotz Juli-Sonne so gut aushält. Wir bestellen eine Runde Kaffee. Und der Zucker kommt als besonderes Zuckerl daher. In der alten Kaffeemühle. Feines Keksi flankiert die Heißgetränke. Gut.

Auf ein Getränk vorbeikommen ist vollkommen ok. Bauch auf besonders feine Art vollschlagen auch. „Mir ist wichtig, dass hier alle reinkommen. Die, die nur etwas trinken wollen, genauso wie die, die groß essen wollen“, sagt Geschäftsführer Hartmuth Rameder. Also je nachdem, wie viel Geld ihr ausgeben wollt, könnt ihr hier eine schöne Zeit verbringen. Vom kleinen Kaffee bis zum großen Menü (5 Gänge – € 55,50) ist alles spielbar. Von bodenständig bis tütü alles möglich. Flusskrebs-Ravioli klingen fein. Wildkultur-Seesaibling auch. Genauso wie die Geschichte vom Wildsau-Chili. Das steht auch immer wieder auf der Karte, „weil die Jager das ganze Vieh bringen und wir das ganze verarbeiten“.

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Vor dem Kirschbaum links. Einparken bei der letzten Station.
4) Eine Jause & viele gute Geschichten bei der Familie Machherndl.

Wir haben’s uns leichtgemacht und die letzte Station gleich gegenüber geplant. Also rollern wir rüber ins Weingut von Erich Machherndl. Nicht nur weil dort die versprochene Heurigenjause auf uns wartet.  Sondern vor allem weil die Familie Machherndl eine besonders nette ist. Wie viel Zeit man normalerweise für eine Weinverkostung einplanen soll? „Vier Stunden. Und das ist kein Scherz“, grinst Erich Marchherndl. Gut, dann sollten wir uns noch einen Termin ausmachen … und gleich ein Taxi dazubestellen. Heute belassen wir’s bei den guten Geschichten. Und da hat auch der Erich eine nette auf Lager: Warum Wösendorf die größte Dichte an Golfwagerln besitzt? Weil die Winzer draufgekommen sind, dass sie das ideale Fortbewegungsmittel zu und in manchen Weingärten sind. Gut, dass der Erich auch eines besitzt. Denn vielleicht ist es auch ein Grund, warum er so gern so tolle Weine macht. Sehr puristisch. Langlebig. Gefällt uns.

„Ich habe noch nie einen Wein gemacht, den man nicht auch in 20 Jahren trinken kann“. Was für eine Aussage. Was für ein schöner Schlusssatz. Wir haben uns ein paar Flaschen mitgenommen – mal schauen, wie lange wir durchhalten …

 

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Für besonders Hungrige. Auf dem Nachhauseweg gibt’s vor dem Steiner Kreisverkehr Steckerlfisch. Und so.

 


 

Danke an die vielen netten Gastgeber und Gastgeberinnen in der Wachau.
Thanks an die Crew.
Special thanks an Murat für die Organisation.

Tipp am Rande: Wer gern in und um die Wachau rollert, der ist bei Crew-Mitglied Christian richtig. In seinem Zweirad Center Hentschl ist die Vespa gut aufgehoben, wenn sie mal schnupft. Und nettes Zubehör gibt’s auch.

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1 Kommentar zu „Mit dem Roller durch die Wachau.“

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