Carla cool.

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LUST AUF KREMS unterwegs durch das carla Lager in der Mitterau.

Vintage, nachhaltig, fair – das heften sich heute viele auf die Fahnen. Im carla sind es mehr als Modebegriffe. Hier lebt man seit Jahren ein Konzept, das beeindruckt: Im 900 Quadratmeter großen Lager kann man nämlich wunderbar in Second Hand-Ware stöbern und sie im Vergleich zu manch‘ schickem Laden sehr günstig erstehen.

Hier arbeiten auch Menschen, die sonst kaum eine Chance hätten. „Kundenkontakt, Pünktlichkeit, Anfahrt mit Öffis: Bei uns kann man das alles trainieren, damit der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt klappt“, erklärt Monika Steiner, Leiterin des carla Krems.

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Zu tun gibt‘s genug: Monika Steiner leitet das carla Lager in der Mitterau.

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180 Tonnen Kleidung sortieren

Zu tun gibt‘s genug. Allein 180 Tonnen Kleidung werden jährlich per Hand sortiert. Von der Strumpfhose bis zum Skihelm, vom Teeservice bis zum Retro-Radio – alles, was im carla über den Ladentisch geht, wurde gespendet. Das geht übrigens ganz einfach: Man gibt die Sachen während der Öffnungszeiten ab. „Es sollten aber Dinge sein, die man auch selbst noch benutzen würde, nichts Kaputtes oder Verschmutztes“, sagt Monika Steiner. Einige der Sachen landen auch im carla Shop in der Kremser Innenstadt. Seit 2017 ergänzt er das Angebot und will noch mehr Menschen für die Idee von carla begeistern.

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Nostalgie inklusive

carla in der Mitterau funktioniert wie ein Selbstbedienungsladen. Hier trifft man Schnäppchenjägerinnen, Design-Liebhaber und Menschen, die mit Caritas-Gutscheinen hier kostenlos einkaufen können. Oft ist die Freude groß, wenn ein Stück einen neuen Besitzer findet: „Einkaufen bei uns hat mit Erinnerungen zu tun. An der Kassa erzählt dann so mancher, dass er genau das schon als Kind gelesen hat“, lächelt Frau Steiner. Egal, ob es sich um eine Bravo aus 1956 oder die Knickerbocker-Bande handelt: Ein bissl Geschichte ist immer dabei. Und zu lernen gibt‘s an diesem Platz viel.

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carla Krems
Sankt-Paul-Gasse 12, 3500 Krems an der Donau, Tel: 02732 764 98
Verkaufstage: Di, Mi und Fr 09.00-12.00 und 13.00-17.00
Spendenannahme: Montag bis Freitag von 8:00-16:00 Uhr
Nächster Flohmarkt-Termin: 8. und 9. November 2019

 

 

Links der Sonnenuhr.

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Was Beethoven, Mexiko und Architektur verbindet?

Gneixendorf.

Denkt man an Gneixendorf, denkt man nicht automatisch an Mariachi. Könnte man aber seit Mai. Da wurde der Kremser Architekt Ernst Linsberger zum Honorarkonsul der Vereinigten Mexikanischen Staaten ernannt – begleitet von den Klängen eines mexikanischen Mariachi-Ensembles.

Der Besitzer von Schloss Wasserhof in Gneixendorf ist mit einer Mexikanerin verheiratet und pendelt zwischen den Kulturen. Den Speicher neben seinem Schloss will er in Zukunft öffnen für Künstler aus Lateinamerika, aber auch für Kulturschaffende von hier. „Das darf ruhig Avantgarde sein. Der Speicher versprüht so eine Arsenale-Atmosphäre.“

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Der Speicher am Grundstück. Bald das „Arsenale“ von Krems?

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Beethovens Zimmer

Ein Ort mit Bezug zu Kultur war Schloss Wasserhof schon immer. 1826 arbeitete Beethoven hier an seinem letzten Werk, dem Opus 135 in F-Dur. „In dem Zimmer links von der Sonnenuhr hat er gewohnt“, erzählt Ernst Linsberger. Heute ist dieser Raum der Arbeitsplatz des Architekten.

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Der Architekt Ernst Linsberger ist jetzt Honoralkonsul von Mexiko.

 

Ode an das Atrium

Was ihn noch mit Mexiko verbindet? „Die Mexikaner leben so, wie ich baue“, sagt Ernst Linsberger. Und das hat viel mit Intimität zu tun und mit der Frage, wie man sie bei wenig Platz schaffen kann.  Deshalb baut Ernst Linsberger immer wieder Atrium- und Hofhäuser. Seine erste Anlage steht übrigens in Gneixendorf: sieben Atriumhäuser mitten im Ort. „Das ist die ‘Urgroßmutter’. Der Urtyp meiner Architektur. Sie schafft Privatheit ohne Platz und Ressourcen zu verschwenden. Gerade jetzt ein Gebot der Stunde.“ Verdichteter Flachbau im großen Stil, den hat der Architekt am Kremser Hundssteig und an der Langenloiser Straße realisiert. Projekte, die das Gesicht von Krems prägen.

Viva la arquitectura!

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Kontrast. Die schwebende Beton-Treppe von Schloss Wasserhof.

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Mehr Architekturprojekte auf www.ernstlinsberger.com

Die, die mit Blumen malt.

Elisabeth Reiter züchtet Bio-Blumen am Emilienhof

Flaniert man freitags am Kremser Bauernmarkt, dann fällt einer auf. Ein Stand, der besonders leuchtet. Jetzt gerade in den satten Farben des beginnenden Herbstes.

Am Stand des Emilienhofs verkauft Elisabeth Reiter ihre Bio-Blumen. Außergewöhnliche Sträuße in unterschiedlichen Größen und Buntheits-Graden. Von einfärbig bis nuanciert, Hauptsache sie sind immer etwas Besonderes. Und manche von ihnen sind sogar essbar!

„Ich mache auch Sträuße aus essbaren Blüten. Das finden die Kleinen besonders lustig, wenn sie den einfach verputzen können.“

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Dreht man die Uhr 24 Stunden zurück, dann findet man Elisabeth auf ihrem Feld im Eisengraberamt bei Gföhl. Dort bewirtschaftet sie einen Hof gemeinsam mit ihrem Mann Leopold. Und genau dort wachsen die vielen Sorten Blumen, die sie von Mai bis Oktober am Markt in Krems verkauft. Jeden zweiten Samstag steht Elisabeth auch am Slow Food Markt in Horn, wo sie zusätzlich viele schöne Kränze  im Gepäck hat.

Donnerstag ist der Tag der Tage. Da heißt’s Blumen schneiden und Sträuße binden. Rund 50 können das schon werden, also keine Zeit verlieren. Obwohl: Für ein gutes Gespräch nimmt sich Elisabeth gern Zeit. Dazu ein Glas frischer Ribiselsaft. Natürlich vom eigenen Hof.

„Sträuße binden – das ist wie Malen mit Blumen.“

Gelernt hat Elisabeth eigentlich Schneiderin. Auch deshalb kann sie so frei ans Werk gehen. Weil sie Floristik eben nicht gelernt hat. „Wenn man etwas nicht professionell gelernt hat, entwickelt man oft ganz kreative Lösungen um ans Ziel zu kommen. Beim Blumen-Binden habe ich keine Regeln im Kopf, wie ein Strauß denn zu sein hat. Da kann ich ganz aus dem Bauch heraus arbeiten.“

Obwohl: So ein paar Regeln gibt’s da schon. Nämlich die mit den ungeraden Zahlen. Ein Strauß mit zwei oder vier Dahlien? Geht gar nicht! „Ungerade Zahlen sind viel ansprechender, spannender. Das ist übrigens eine Parallele zum Nähen. Oder könntest du dir eine Weste mit vier Knöpfen vorstellen?“

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Elisabeths Blumen sind bio. So wie die Zwetschgen, Äpfel, Birnen und Kräuter, die sie gerade erntet. Konventioneller Anbau, den kann sie sich gar nicht vorstellen. „Für mich ist die Bio-Landwirtschaft eigentlich die natürliche. Ich finde es komisch, dass man das extra deklarieren muss. Eigentlich sollte auf konventionellen Produkten stehen, was da alles drin ist.“

Hendln & Yogakurse

Was Elisabeth im Winter macht? Dann geht sie vielleicht das Projekt Hendln an. Die Stückzahl am Emilienhof soll ausgebaut werden. Die aktuelle Besetzung legt nicht genug Eier, um sie auch am Markt zu verkaufen. Vielleicht kommt irgendwann auch ein neues Glashaus dazu, um die Saison zu verlängern. Auf jeden Fall gibt Elisabeth wieder Yoga-Kurse im Begegnungszentrum in Gföhl.

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Emilienhof
Elisabeth und Leopold Reiter, 3542 Eisengraberamt 60, Telefon 0664/4786228, office@emilienhof.net

Ab-Hof-Besuche nach telefonischer Rücksprache möglich. Auf Bestellung können die Blumen auch am Hof abgeholt werden.

Blumenverkauf von Mai/Juni bis Oktober:

  • Immer freitags von 8 bis 12 Uhr am Bauernmarkt, Dreifaltigkeitsplatz in Krems
  • jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 9 bis 13 Uhr am Slow Food Markt, Hauptplatz Horn

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