Strawanzer: straordinario!

Friaul mitten in Langenlois: Schwillinskys wunderbares Gastspiel im Strasser Keller.

Kontemplativ illuminiert. Absolut glückselig. So fühlt man sich nach einem Abend bei Karl Schwillinsky und Barbara Öhlzelt im Strasser Keller. Unter dem Motto „Schwillinsky strawanzt“ bespielen die zwei diesen tollen Ort für mehrere Wochen. Diesmal zum Thema Friaul. Kurzurlaub für die hochnebelgeplagte Seele. Eine kräftige Portion Süden am Teller und – auf Wunsch – auch im Glas. Denn neben den Weinen von Barbara Öhlzelt kann man auch Friulano und Spumante aus Cormòns kosten.

Die Weine haben die beiden auf ihren Reisen entdeckt – denn dem jährlichen Strawanzer-PopUp geht eine ausgiebige Grundlagen-Recherche voraus. Sprich: Barbara und Karl machen im besagten Gebiet Urlaub, verkosten gemeinsam. Kaufen in diesem Falle Montasio-Käse, Oliven, Salami und Schinken. Letzteren übrigens von der kleinsten Manufaktur in San Daniele – La Glacere. 

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Wieder zuhause, entwirft Karl die Karte. Mio Dio, die kann sich sehen lassen. Da kann man zum Beispiel mit Carpaccio, gefüllten Calamari oder Jota triestina als Antipasto starten. Danach stehen schwere Entscheidungen bei den Primi an: hausgemachte Gnocchi, Linguine alle vongole oder Fritto misto. Geht es nach Barbara und Karl, dann:

„Unbedingt: Fritto misto!!!“

Dafür frittiert Karl Miesmuscheln, Garnelen und Fischfilets samt knuspriger Panade, die dann zielsicher mit einem Tupf dieser tollen Aioli versehen werden sollten. Herz, was willst du mehr? Naja, vielleicht Fegato alla veneziana. „Die Leute sind wieder verrückt nach Innereien und solchen Sachen. Ich brauche hier im Keller in den wenigen Wochen satte 10 Kilo Kalbsleber“, schmunzelt Karl.

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Barbara Öhlzelt und Karl Schwillinsky vor dem Strasser Keller

Pointiert dekoriert: Viel Freude macht auch der Keller selbst. Selten gibt es diese Plätze, an denen sich alles so stimmig zusammenfügt. Ein Platz voller Patina, sei es die gemütliche Gaststube im ersten Stock oder das heimelige Dachgeschoss mit Blick auf Langenlois samt Loisum.  Früher hat die Besitzerin Christa Strasser hier selbst Heurigen gemacht. Seit einiger Zeit bespielen Barbara und Karl den Keller im Winter für ein paar Wochen – ab Herbst 2018 ist sogar noch mehr geplant: „Wir wollen dann schon mit Gansl starten im November. Der Advent bietet sich toll für Weihnachtsfeiern an. Jänner bis März widmen wir wieder einem speziellen Thema“, erzählt Barbara.

Dafür ausgestattet sind sie. In der Küche steht ein Ferrari. Also: der für Köche. Ein echter MOLTENI-Ofen. Ein Ding, das in Frankreich in jedem Sterne-Restaurant zu finden ist und das Karl im Schweiße seines Angesichts die Treppen des Strasser Kellers hoch-hievte. „Bei jeder Stufe mussten wir eine Pause machen, weil der Ofen so schwer ist. Aber das war es wert. Er funktioniert wie ein alter Steinofen – man kann Dinge darauf wie eine italienische nonna stundenlang schmurgeln lassen.“

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Tja, bleibt nur noch eine Empfehlung: Bis zum Dolce durchhalten! Denn das Safraneis solltet ihr auf keinen Fall auslassen. Genauso wenig wie Barbaras Wein-Repertoire durchzuprobieren. Und zu späterer Stunde kommen dann noch die Oliven. Und eine zweite Portion der selbstgebackenen Grissini und ………………………

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Schwillinsky strawanzt – Thema Friaul-Julisch Venetien

Strasser Keller, Am Rosenhügel 2, 3550 Langenlois
12. 1. – 4. 2. 2018 und 2. 3. – 1. 4. 2018
täglich ab 18 Uhr, Montag & Dienstag Ruhetag

Strawanzer Heringsschmaus Buffet, 13. 2. – 17. 2. 2018, tgl. ab 19 Uhr 
Unbedingt reservieren: barbara@weinberggeiss.at oder
während der Öffnungszeiten unter 0676 3550959
Mehr Infos auf http://www.weinberggeiss.at/schwillinsky-strawanzt/
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Warum der Schmidl eigentlich Gausterer heißt.

Alfred Gausterer ist das Gesicht der Buchandlung Schmidl. Ein Porträt des Kremsers, der seit einem halben Jahrhundert Lust aufs Lesen macht.

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Normalerweise soll man ja zum Schmied gehen, nicht zum Schmiedl. Bei Büchern verhält sich die Sache aber andersrum. Da ist die erste Adresse in Krems „der Schmidl“ – ohne langes „i“. Dafür mit langer Geschichte. Seit 1856 gibt es die Buchhandlung schon in der Oberen Landstraße. Alfred Gausterer gibt dem Laden seit über 50 Jahren ein Gesicht. Angefangen hat er als Lehrling – obwohl er ursprünglich Mechaniker werden wollte. Doch in der Berufsschule hat ihn die Lust am Lesen so richtig gepackt: die Klassiker der Jugendliteratur von Mark Twain zum Beispiel oder Heimatromane von Ludwig Ganghofer. Und so ist er in der Buchhandlung gelandet, die damals einer Schmidl-Tocher gehört hat. Einer gewissen Frau Willingens, die ihn irgendwann gefragt hat, ob er nicht übernehmen wollte. Das war 1980, der Start gar nicht so einfach.

„Ich entschied mich, den Namen Schmidl beizubehalten. Den Gausterer hat damals ja noch keiner gekannt.“

Auch heute wird der Buchhändler immer wieder mit „Herr Schmidl“ angesprochen. Daran hat er sich mittlerweile gewöhnt.

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Pionier & Urgestein: Die Familie macht’s möglich.

Funktioniert hat das Ganze deshalb, weil die Familie Gausterer immer zusammengehalten hat. Alfred Gausterers Frau Waltraud, eine gelernte Papierfachhändlerin, wechselte in die Buchhandlung. Dann kam die Expansion: ins Steinertor und in die Untere Landstraße. „Im Steinertor habe ich es 13 Jahre ausgehalten. Meine Frau leitete in dieser Zeit das Stammgeschäft. Und dann war da noch der Taschenbuch-Shop in der Unteren Landstraße – übrigens der erste Taschenbuchshop in ganz Niederösterreich!“.

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Weder Dan Brown noch Donna Leon: Was Alfred Gausterer am öftesten verkauft, ist Regionalliteratur.

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Irgendwann waren drei Betriebe aber zu mühsam und die Gausterers konzentrierten sich aufs Kerngeschäft. Alfred Gausterer steht mit 69 Jahren noch immer täglich drin – obwohl er bereits an seinen Sohn Andreas übergeben hat. Aber aufhören geht auch nicht. Der Begriff Urgestein drängt sich auf. Wobei der quirlige Herr Gausterer wohl eher das Gegenteil von statisch ist. Immer auf Achse. Immer bemüht um seine Kunden. Deshalb stapeln sich auf seinem Nachttisch nach wie vor Bücher. Aktuell: Martin Walker, Donna Leon und Ken Wallet. „Ich lese immer zwei bis drei Bücher gleichzeitig. Ich muss ja schließlich Bescheid wissen, meinen Kunden etwas empfehlen können.“

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Buchhandlung Schmidl
Obere Landstraße 5, 3500 Krems
Tel: 02732 82243, E-Mail: schmidl@book.at
http://www.book.at

 

Von Sisi bis sexy.

In Krems gibt’s jetzt einen Brautsalon.

Blütenkleid hat sie ihren Salon genannt. Schließlich ist Stefanie Raffenstetter gelernte Floristin. Das mit den Hochzeiten war schon immer ihres. Deshalb die Idee: Blumenschmuck im Sommer, Brautmode im Winter. Und wie’s der Zufall so will, ist sie ganz einfach über die Wohnung in der Kremser Landstraße gestolpert, in der sie im November ihren Salon eröffnet hat. Wahrscheinlich in ihren Glitzer-High-Heels, die Stefanie auch bei ihren Beratungen immer wieder trägt. Die passen nämlich so schön zu den handgenähten Röcken, die’s hier in allen möglichen Farben für Brautjungfern & andere Mitstreiterinnen gibt. So regional kann Tüll sein: Die Röcke werden von der Schneiderin Bianca Pennerstorfer aus Oberloiben genäht – eine Schulfreundin von Stefanie.

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Aber zurück zu Stefanie und ihrem Brautsalon in diesem charmanten Haus in der Unteren Landstraße. Im Sommer schreitet man durch den blumengeschmückten Innenhof. Das Haus war früher übrigens ein Kloster. Stefanies Salon befindet sich justament in der ehemaligen Kapelle. Deshalb schmunzeln noch Engel & Teufel von der Stuck-Decke. Und deshalb fühlt sich der Ort wahrscheinlich auch irgendwie besonders an. Was man darin nun findet? Brautkleider der Marken Lina Becker, lilurose und Watters.

„Mir ist wichtig, dass ich verschiedene Kleider-Stile anbieten kann. Von Sisi bis sexy.“

Und so hängen die klassischen Reifrock-Modelle neben schlichten Boho-Kleidern. Glitzer gleich neben Spitze. Für die freie Trauung oder das ganz große Drama. „Eine meiner ersten Fragen lautet immer: Wie siehst du dich selbst? Welche Braut möchtest du sein? Da wissen dann viele im ersten Moment gar keine Antwort“, erzählt die 25-Jährige. Aber dafür gibt es ja sie. Um das herauszukitzeln – und in das passende Kleid zu verpacken. Dabei helfen Sekt und etwas Süßes. Mit beidem werden angehende Bräute, Brautmütter und Freundinnen liebevoll umsorgt.

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„Beim richtigen Kleid verändert sich die Aura.“

Stefanie Raffenstetter rät auch Kleider zu probieren, die man am ersten Blick nicht wählen würde. Man weiß ja nie. Von Tüll bis Taft ist alles da. Los geht es ab € 600 für die kurzen, bis zu € 2.000 für die aufwändigsten Modelle.

Für den Auftritt als Braut wünschen sich viele auch die passenden Accessoires. Die zaubert Stefanie natürlich herbei: Schleier, Spanx & Strumpfband. Alles, was den Auftritt buchstäblich abrundet. „Man kann ja schummeln ohne Ende. Obwohl das die Bräute oft gar nicht notwendig haben. Aber mit Shapewear geht schon noch etwas in Sachen Knackarsch oder flacher Bauch. Aber den meisten empfehle ich einfach schöne Wäsche und halterlose Strümpfe für drunter“, schmunzelt Stefanie. Die ist übrigens gerade glücklicher Single …

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Blütenkleid

Untere Landstraße 20/1
3500 Krems an der Donau
+43 680 330 39 38
post@bluetenkleid.at

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag nach Terminvereinbarung.

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