Die Rollen des Lebens

Mautern ist aus mindestens zwei Gründen ein guter Ort: Weil Dominik Gruber der Bücherei neues Leben einhaucht. Und weil’s dort die absolut besten Schaumrollen der Welt gibt.

Steht man in Mautern am Rathausplatz, was eher ein Rathaus-Eck ist, hat man zwei gute Optionen vor sich. Man kann sich gleich eine dieser Schaumrollen, die geschmacklich die Welt bedeuten, holen in der Konditorei Krenn. Oder man besucht Dominik Gruber in der Stadtbücherei Mautern. Die hat er neu übernommen. Frisches Blut für alte Mauterner Mauern, sozusagen. Ein Jugendtraum, der da in Erfüllung geht, erzählt Dominik. „Ich war schon als Kind in der Bücherei, bin hier so richtig zum Lesen gekommen.“ Er bringt viel Erfahrung mit für diesen Nebenjob, der eigentlich Herzensangelegenheit ist. Rolle des Lebens? Vielleicht etwas zu pathetisch. Geht aber in die Richtung.

bearbeitet-5214

bearbeitet-5243

bearbeitet-5253

Die Pläne sind groß. Dominik Gruber will die Mauterner wieder mehr in die Bücherei holen, auch Lesungen soll es in Zukunft geben. „Es kommen viele Kinder und Pensionisten zu uns. Aber kaum Erwachsene im mittleren Alter“, erzählt er. Dabei ist das Angebot gut – über 3.000 Bücher gibt’s zu entdecken, schätzt er. Plus auch immer die Neuigkeiten – wenn zwei bis drei Leute nach einem gewissen Titel fragen, bestellt er ihn.

Hinlegen statt reinstellen.

Wie er ausgewählte Bücher präsentiert, daran merkt man, dass Dominik Gruber vom Fach ist. Buch flach hinlegen statt ins Regal stellen, so lenkt man Aufmerksamkeit. Der gelernte Buchhändler nimmt viele Jahre Erfahrung mit in die Bücherei. Er hat bei ganz Großen gearbeitet wie Thalia, auch für einige Zeit einen kleinen Buchladen im Ersten in Wien geführt. Seine guten Kontakte nützt er jetzt für die Bücherei: „Meine Bekannten sagen mir, was gerade im Kommen ist in Bereichen, in denen ich nicht so firm bin. Zum Beispiel für unseren Kinderbereich.“

bearbeitet-5261

bearbeitet-5265

Zwei bis drei Titel in der Woche liest er durchschnittlich. „Beruflich“. Damit er den Kundinnen und Kunden vieles empfehlen kann.

Nach einem Besuch in der Bücherei kann ich übrigens eine Stärkung in der Konditorei Kenn empfehlen. Dort werden sie handgemacht, die absolut besten Schaumrollen, die ich kenne. Der Teig in der absoluten Balance zwischen knusprig und mollig-weich. Der Schaum seidig, ohne zuckerbombig zu sein. Auch Dominik Gruber holt sich hier übrigens immer wieder mal Schaumrollen auf dem Nachhause-Weg. Schließlich sind sie ja Nachbarn, da am Mauterner Rathausplatz.

Gute Rollen-Verteilung.

bearbeitet-5279

bearbeitet-5292

Schaubackstube Krenn & Café Maria
Rathausplatz 3, Mauern an der Donau
MO, DI, DO, FR 7.30 – 18.00
SA 8.00 – 18.00, SO u. Feiertag 9.00 – 18.00, kein Ruhetag

Stadtbücherei Mautern
Rathausplatz 1
3512 Mautern
Dienstag 16-18 Uhr sowie Donnerstag 17-19 Uhr.

 

Advertisements

Ran an die Eier.

Eierlikör by Hellerschmid. Hier wird noch richtig Hand angelegt.

Mitten in Krems, da werden alle paar Wochen tausende Eier geliefert. Ausgepackt. Zerschlagen. Und das per Hand. Denn nur so gelingt es, dass der Eierlikör von der Destillerie Hellerschmid auch so cremig schmeckt. Probiert hätten sie es ja schon. Mit Dotter aus dem Packerl, so wie die Konkurrenz oft arbeitet. Billiger, einfacher. Aber: „Das war eine Katastrophe – abgesehen davon, hat man keine Ahnung woher die Eier kommen“, erklärt Bernhard Hellerschmid. Die Freilandeier für seinen Eierlikör kommen aus Perersdorf bei St. Pölten, die Milch von Hiegesberger. Und viel mehr braucht es dann auch nicht – Zucker, Wasser und ein bissl Geheimnis.

img_1887_bearbeitet_klein

img_1899_bearbeitet_kleine

img_1911_bearbeitet_klein
Der Seniorchef trennt das Gelb vom Weiß.

Und natürlich: Etliche flinke Hände, die den Dotter vom Eiweiß trennen. Denn nur das Gelbe vom Ei kommt in den Likör. Das Eiweiß wird an Konditoreien in der Umgebung geliefert. Es kann also sein, dass daraus eine dieser herrlichen Schaumrollen der Backstube Krenn wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

Das Gelbe von 22.000 Eiern

Die flinken Hände gehören im Hellerschmid’schen Fall den Senior-Chefitäten und den Schwiegereltern. „Die Eltern freuen sich, wenn sie hier wieder mal zum Plaudern kommen“, sagt Bernhard. Nebenbei befreien sie rund 22.000 Eier vom Eiweiß.

Die Dotter kommen dann in den Keller. Dort riecht es schon herrlich nach Zucker und Vanille. Wo sind die Kipferl?

Hier bereitet Bernhard Hellerschmid alles vor – das Grundgemisch aus Milch, Zucker, Wasser. Bloß nicht zu schnell. Auch beim Eierlikör gilt: Slow hands! Bis er fertig ist, der Likör vergeht also noch ein bissl Zeit. Dann kommt noch der Weinbrand dazu. Vielleicht  am Schluss auch noch Mohn oder Marillen-Destillat. Für die Spezialkreationen aus dem Hause Hellerschmid.

„Wenn du irgendwo im Supermarkt einen Mohn-Eierlikör siehst, dann ist er von mir“.

img_1949_bearbeitet_klein
Gleich kommen tausend Dotter. Bernhard Hellerschmid bereitet alles vor.

img_1958_bearbeitet_klein

Aber nicht nur Eier verarbeitet der Hellerschmid. DAS Produkt ist ja eigentlich die Marille. Daraus macht er Brand, Schnaps, Likör. Das Bild am Etikett – die bedächtig lächelnde Dame mit Goldhaube – stammt übrigens noch aus den 60er Jahren. Es ziert noch immer Büro und Schnapsflaschen. Darauf ist man stolz.

„Wir Schnapsbrenner sind nicht sehr empfänglich für Neuerungen. Wir machen viele Dinge, weil wir sie eben immer schon so gemacht haben“, sagt Bernhard Hellerschmied. Ja, eine Nuance Ironie war dabei. Gut so!

img_1961_bearbeitet_klein

img_1906_bearbeitet_klein

Hellerschmids Eierlikör steht übrigens auch im Supermarkt – im Gewand von Billa Corso und Merkur Premium. Warum die Leute neuerdings wieder so viel Eierlikör tschechern? Vielleicht hilft ja ein Schluck dieser cremigen Nostalgie gegen viele Unsicherheiten. Und schmecken tut’s auch. Viva la crema!

Missongasse 33, 3500 Krems an der Donau
Tel.: 02732 831 84
info@hellerschmid.com

Geschäft am Steiner Tor

Obere Landstraße 36, 3500 Krems
Tel.: 02732 762 57
E-Mail: steinertor@hellerschmid.com

La ville en bunt!

Nadescha Stenzel macht mit ihrer Kindermode die Stadt ein Stück bunter. Die Kremser Designerin in Portrait.

Oh, là là! Was Paris für große Fashionistas, das ist Krems bald für kleine. Neben Reika Wagner / ITOMAKI macht jetzt nämlich eine weitere Kremserin Mode für Kinder. Aber das ganz anders. Vive la Vielfalt!

Cheeky Apple heißt das Label von Nadescha Stenzel. Der Name ist Programm. Kess, bunt, knackig. Nadescha arbeitet mit lillestoff, die Firma wiederum mit Bio-Baumwolle. Aber nicht nur bio, auch fair produziert muss es sein. Die Stoffe und die Kleidung selbst. Die lässt Nadescha Stenzel in einer kleinen Näherei in Kroatien fertigen.

Ganz schlicht gibt’s nicht.

Nadescha kombiniert unterschiedliche Stoffe. Bloß nicht Ton in Ton. Am liebsten ein bisserl retro. Obwohl: Es soll für jeden Geschmack was dabei sein. Und der ist ja bekanntlich unterschiedlich. In Krems klassischer als in der Großstadt. Aber seht selbst!

IMG_7730_bearbeitet_klein

IMG_7740_bearbeitet_klein
Nadescha Stenzel und Stella Brunner vom Wunschkind.

IMG_7746bearbeitet_klein

Nadeschas Mode kann man im Wunschkind in der Kremser Göglstraße kaufen. Die Chefin  ist begeistert. Endlich ein ganz regionales Produkt. „Was gibt’s Besseres als Design aus Krems in Krems zu verkaufen? Touristen sind besonders happy, wenn sie etwas von hier mitnehmen können“, sagt Stella Brunner.

Stella und Nadescha verbindet übrigens mehr als das Geschäft. Die zwei haben jeweils zwei Kinder im gleichen Alter. Und die sind wiederum Probanden für neue Stücke.

„Bequem muss es sein. Für die Kinder UND die Eltern.“

IMG_7748_bearbeitet_klein

IMG_7811_bearbeitet_klein

Angefangen hat übrigens alles damit, dass handelsübliche Babyhosen nicht über die Stoffwindeln ihres Sohnes gepasst haben. Deshalb der Griff zur Nähmaschine, einfach mal als Hobby. Beruflich hat die studierte Juristin und Politikwissenschafterin nämlich zuletzt als juristische Übersetzerin gearbeitet. Obwohl das Herz an ganz etwas anderem hing. Nämlich an der Musik. Deshalb ist sie nicht nur mit Cheeky Apple auf Tour, sondern auch als Singer/Songwriterin. Da hat sie zum Beispiel schon am Saugaßl-Markt gesungen oder im Hairclub von Carmen Brunner ein Konzert gegeben.

Wunschkind. Hairclub. Die Kremser Göglstraße ist Fixpunkt auf Nadeschas Runden. Sonst kann man sie auch bei einem Kaffee im Moyome treffen oder am Abend im 2Stein. „Meine Familie und ich haben vorher in Wien gelebt. Wir haben’s keine Sekunde bereut, dass wir nach Krems gezogen sind. Es ist so eine wunderbare Stadt. Wir fühlen uns sehr wohl.“

Na dann! Ich bin mir sicher, eure Kids fühlen sich in Nadeschas Sachen wohl. Sie schauen nämlich nicht nur besonders aus – sie fühlen sich auch besonders gut an!

Shoppen:

Im Wunschkind, Göglstraße 5, 3500 Krems.
MO bis FR 09:00 – 12:00 / 14:00 – 18:00, SA 9:00 – 13:00 (Sommeröffnungszeit).

Oder online unter cheekyapple.com