Oben ohne ist out.

… sagt Helga Hintermeier über die Trends in Sachen Kopfbedeckung. Ein Besuch bei „der Marianne“.

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Wie viele Hüte und Kappen in ihrem Laden lagern? Mit absoluten Zahlen hat sie’s nicht so, sagt Helga Hintermeier. Dafür mit der Einschätzung, was einem zu Gesicht steht. Da ist sie absolut treffsicher. Kein Wunder, Frau Hintermeier ist schon seit ihrer Jugend im G’schäft – „in der Marianne“, wie die Kremserinnen und Kremser sagen. Sie hat es 1998 von ihrer Mutter übernommen, jetzt ist schon Tochter Monika Hofstätter mit an Bord. Damit die 3. Generation, die sich um das Wohl der ansässigen Häupter kümmert. Aber nicht nur: Taucht man durch den kleinen Verbindungsgang, findet man sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Da gibt’s alles für unten drunter. Dessous, Strümpfe, Bodys. Ausnahmslos von ausgesuchten Qualitätsmarken: „Es gibt ja Gott sei Dank noch Damen die auf Qualität schauen“, lächelt Frau Hintermeier. Bei Marianne bekommt man Teile, die perfekt passen. Auch, wenn die persönlichen Maße nicht in die Industrie-Standardgrößen fallen: das Motto lautet „von A bis H.“ Falls die Herren der Schöpfung nun fragend schauen – schlüpfen Sie den kleinen Gang von den Schlüpfern zurück zu den Hüten. Das machen die meisten „Mitgeschleppten“ im Wäschemodensalon ohnehin freiwillig, erzählt Frau Hintermeier.

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Fashionistas fragen nach Angora

Zurück zu den Kopfbedeckungen. Da gibt es auf kleinstem Raum die größte Auswahl, die man sich nur vorstellen kann. Viele Stammkunden gehen ein und aus. Auch immer jüngere. „Viele junge Mädchen fragen plötzlich nach einem Angora-Barett. Das sind Teile, die ich normalerweise Kundinnen im viel gesetzteren Alter empfehle. Aber das ist eben gerade Trend“, erklärt Helga Hintermeier. Noch so einer: Hüte im Vintage-Stil, so wie der Pork Pie. Eine Façon, die früher vor allem Jazzmusiker getragen haben: „Schmalkrempig ist gerade sehr gefragt. Und oben ohne ist ganz out. Immer mehr Menschen setzen wieder einen Hut auf.“

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Modisch? Modistisch!

Das Besondere an einem Fachgeschäft wie der Marianne sind auch die Mitarbeiterinnen. Die haben nämlich alle die Ausbildung zur Modistin absolviert. Kim ist die jüngste und fängt gerade die Lehre an – als eine von ganz wenigen in Österreich. Die Ausbildung ist ein Alleinstellungsmerkmal, das viele Kunden schätzen. Denn man kann sich seinen Hut bei Marianne eben auch anpassen oder generell entwerfen lassen. Und man bekommt wirkliche Beratung. Schließlich geht’s um eine sensible Zone: um das eigene Spiegelbild.

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Obere Landstraße 4, 3500 Krems an der Donau
Telefon: 02732 84853
Montag – Freitag: 8:30 – 18 Uhr Samstag: 9 – 16 Uhr

 

 

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Bis es Klick macht.

Das Leben ist kein Prototyp. Deshalb sollte man sich mit Dingen umgeben, bei denen es Klick macht. Zum Beispiel mit Keramik von Sabine Bauer-Mayerhofer.

Oft sind es die kleinen Dinge. Nach einem stressigen Tag nachhause kommen und nicht irgendeine Tasse in die Hand nehmen. Die eigene Tasse. Die so gut in die Hand passt. Nicht zu glatt. Fühlt sich gut an. Klick. Ein kurzer Moment. Urlaub.

Diese Momente formen, das macht Sabine Bauer-Mayerhofer besonders gerne. Sie nennt es Kulinarische Keramik. Gegenstände, die entschleunigen und genießen lassen. Durch viele solcher Gegenstände kann man in ihrem Atelier in der Kremser Lastenstraße stöbern. Das ist generell eine Überraschung mitten in dem Stadtviertel hinter dem Bahnhof. Da betritt man plötzlich ein Haus, das voll ist mit wunderbaren Dingen. Und einen Garten, auf den fast der Begriff „verwunschen“ trifft.

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Sabine Bauer-Mayerhofer.

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Schalen in verschiedenen Formen und Größen. Ganz kleine für die Handvoll Nüsse zum Wein. Oder größere mit Kerbe. In diese passt der Löffel aus Olivenholz besonders schön. „Ich mache meine Keramik für Menschen, die genießen – und ich bin überzeugt, wenn Dinge mit Liebe gestaltet sind, haben sie eine andere Energie als Stücke vom Fließband. Das gilt generell für jedes Handwerk. Da ist Wissen drin, das gutes Leben ausmacht“, sagt Sabine.

Ihre Kunden fragt sie nach ihren Gewohnheiten. Was sie beim und am Essen mögen. „Oft schätzt man Dinge, die man gar nicht lebt. Und oft kommen Kunden erst drauf, was sie wirklich wollen“.

Es gibt also zwei Möglichkeiten bei Sabine. Zwei Wege. Entweder man lässt sich finden. Stöbert durch die Regale bis es Klick macht. Das war bei mir bei den Oliven-Schalen der Fall. Die gibt es in kleinen Serien, jedes für sich ein Einzelstück. Oder man erzählt Sabine von sich und seinen Gewohnheiten – und dann entwirft sie etwas ganz Persönliches. So wie die zweigeteilten Lasagne-Teller. Für die, die sowohl Gemüse- als auch Fleischlasagne gleichberechtigt vor sich auf den Tisch betten wollen.

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Die Keramikerin Sabine Bauer-Mayerhofer hat zwei Seiten. Mindestens. Gebrauchsgegenstände sind die eine. Die künstlerischen Objekte die andere. „Ich will Themen durch meine Keramik transportieren. Dinge, die verbal nicht zu fassen sind.“ Oft kommt der Anstoß von außen. Zum Beispiel, wenn sie bei einer Gruppenausstellung mitmacht. So wie vor Kurzem. Da ging es im Verein raumgreifend um die „Kremser Hasenjagd“.

Angreifen und loslassen. Das macht das Material Ton für sie aus. „Der Moment, wenn man den Ton dem Feuer übergibt, hat immer etwas Magisches. Das kann man nicht vollends steuern, auch wenn ich aus Erfahrung schon vieles weiß. Dann muss man zulassen.“

Zulassen. Anfassen. Loslassen. Ein Besuch im Atelier ist ein haptisches und optisches Vergnügen. Es gibt keine fixen Öffnungszeiten. Man ruft einfach an und macht sich einen Termin aus: 0676/49 30 500

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KERAMIKATELIER Sabine Bauer-Mayerhofer
Lastenstraße 13, 3500 Krems/Donau
saba@keramikatelier.at

 

 

Wenn sich Stein nach Seide anfühlt.

Ein Catwalk im Modeatelier von Martina Wagensonner in Stein.

Ein passendes Kleid (noch schlimmer: Hose) zu finden, ist oft schwierig. Bis unmöglich. Müssen doch Längen, Breiten und Kurvenradien an etlichen Körperstellen mit denen des vorgefertigten Kleidungsstücks exakt übereinstimmen. Eine – besonders im Winter – schweißtreibende Tätigkeit, deren Kalorienverbrauch dem von gemäßigtem Dauerlauf nahekommt.

Nicht so, wenn man in das Modeatelier von Martina Wagensonner in Krems/Stein geht. Da ist es nämlich umgekehrt. Da passt sich der Stoff an den Körper an. Weil Martina Wagensonner Kleidungsstücke auf den Leib schneidert. Und das mit sehr viel Liebe zum Detail und schönen Stoffen. Am liebsten Seide. „Weil sie eine Naturfaser ist. Weil sie zur zweiten Haut wird – und im Winter wärmt, sich im Sommer schön kühl anfühlt“.

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Martina Wagensonner macht Mode nach Maß.

Schlicht. Figurbetont. Hochwertig. So beschreibt Marina Wagensonner die Stücke, die sie entwirft. Manchmal in ganz reduzierten Farben. Manchmal knallbunt – ein bisschen Mexiko schwingt nämlich immer mit. Da hat Martina acht Jahre lang gelebt. Dort hat sie ihren Mann kennengelernt.

Mexiko, nur eine von vielen Stationen. Da gab’s auch München, wo sie für Bogner und Escada gearbeitet hat. Aschaffenburg. London. Bevor es wieder zurück Richtung Heimat ging  – das Modeatelier in Stein gibt’s mittlerweile fünf Jahre.

Ich frag Martina, welches Kleidungsstück jede Frau unbedingt im Kleidungsschrank haben sollte. Männerbeauftragte, ruhig Blut. Das Gender-Äquivalent folgt zugleich.

„Mit einem Kleid ist man immer gut angezogen. Es sollte figurbetont sein, da darf man die Kurven schon sehen.“

Für Frauen also das Kleid. Weil man das einfach überstreift und komplett angezogen ist. Nichts kombinieren muss. Und als Mann? Da empfiehlt sie eine Leinenhose und ein legeres Hemd.

Jetzt spann ich euch aber nicht länger auf die Folter und zeige euch, was Martina da so macht. Model Lydia Kirisits hat sich in Schale(n) geworfen. In der Reihenfolge ihres Auftritts: Weißer Mantel aus Kaschmir/Wolle & schwarzes Kleid aus Seide | weißes Kleid aus Wollkrepp mit hochwertiger Spitze | weißer Rock aus Wollkrepp & schwarzes Seidentop.

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modeatelier-wagensonner-1353Geht’s noch? Dann schicken wir Lydia noch einmal in die Umkleide mit diesem tollen Rock aus Seidenorganza, der mit Silberfäden eingefasst ist. Wow!

modeatelier-wagensonner-1493Wie man guten Stoff erkennt? „Wenn er gut fällt und sich gut bügeln lässt. Wenn er sich anfühlt wie eine zweite Haut“. Bei Martina kann man sich gute Stoffe zu schönen Stücken machen lassen. Vom Negligé bis zum Hochzeitskleid alles möglich. Mit konkreten Vorstellungen. So wie eine Dame, die ein bestimmtes Modell aus den 40er-Jahren im Kopf hat. Aber auch ohne konkrete Idee. Dann berät Martina Wagensonner, wohin die maßgeschneiderte Reise gehen kann.

Wer einfach nur mal reinschauen mag, der entdeckt im Atelier auch Strickjacken und Schals von Karin Merkl / austriandesign.at und Keramik von Iris Auer-Möseler. Oder man plaudert eine Runde mit Martina. Aus dem Nähkästchen natürlich …

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Modeatalier Martina Wagensonner, Steiner Landstraße 74, 3500 Krems/Stein

Öffnungszeiten:
Di – Fr:  8.00 – 12.30 Uhr, 14.00 – 16.30 Uhr
Sa: 9.00 – 12.00 Uhr
oder nach Vereinbarung