Die richtigen Worte zur schwierigsten Zeit.


Kevin Klein. Das Portrait eines jungen Bestatters.

Kevin Klein ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig Sprache ist. Was sie kann. Denn der 23-Jährige spricht mit höflichen und pietätvollen Worten über das, worüber man eigentlich nie spricht. Übers Sterben. Tot sein. Über die „Herrschaften“, die er begräbt. So schafft er es, dass man sich trotz des Gesprächsthemas gut aufgehoben fühlt. Dass es ganz normal ist.

Kevin arbeitet seit drei Jahren bei der Bestattung Krems. Die Abholung, Bekleidung und Bestattung der Toten sind nur ein paar seiner Aufgaben. Eigentlich ist er mittlerweile auch Gärtner geworden: „Dass ich einmal Gräber pflege und mit Pflanzen arbeite, habe ich mir am Anfang gar nicht vorstellen können. Ich habe Fliesenleger gelernt.“ Aber es macht ihm sichtlich Freude. Bis zu 90 Gräber gießt und pflegt er – ein Service, das man mitbuchen kann am Friedhof.

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Insgesamt sind sie zu acht. Sechs Bestatter plus zwei Friedhofshelfer betreuen die städtischen Friedhöfe. Und dazu zählen auch jene in Rehberg, Stein, Gneixendorf. Klingt nach sehr viel Arbeit. Denn das ist ja nur ein Teil. Allein am Kremser Friedhof kommen dann noch 250 bis 300 Begräbnisse pro Jahr dazu.

„Du weißt schnell, ob du für den Beruf geeignet bist“

Wie wird man eigentlich Bestatter? Zufällig, eh klar. Kevin Klein ist einfach rein ins Friedhofsgebäude, als er einen Job gesucht hat. Hat geklappt. Auch das mit der sanften Eingewöhnung. „Ich hatte Glück, es war ein Einstieg in Etappen. Keine schwierigen Fälle wie Suizid oder Wasserleichen am Anfang. Aber man weiß es ja ohnehin ziemlich schnell, ob man für den Beruf geeignet ist. Wenn man das erste Mal in eine Wohnung geht, wo einer länger gelegen hat – dann weißt du es.“

Er wirkt nicht nur sehr höflich, dieser Kevin Klein. Sondern auch zufrieden mit der Arbeit. Weil sie so vielseitig ist. Weil man viel draußen sein kann. Weil er nur ganze 7 Minuten in die Arbeit braucht. „Hier kann man ordentlich arbeiten – gescheites Werkzeug, ordentliche Geräte. Ich bin oft mit dem kleinen Fahrzeug unterwegs – nur das „Bestatter im Dienst“ glaubt einem dann nie wer“, lacht Kevin.

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Wenn der Tod Alltag wird.

Geht man mit dem Tod anders um, wenn man täglich mit ihm zu tun hat? „Ich glaube schon. Wenn ich zum Beispiel zu einem Unfall komme oder Verletzte sehe – dann habe ich kein Problem sofort hinzugehen“.

„Ja, ich  bin schon mal Probe gelegen“

Kevin Klein zeigt mir den Friedhof. Den kunterbunten Pausenraum. Ein Grab, das er betreut. Und dann auch noch den Keller – dort, wo die Toten aufbewahrt werden bis zur Bestattung. Kühlung. Die verschiedenen Sarg-Modelle zur Auswahl. Von leicht brennbar bis zum schwarz-polierten Luxusmodell. Allen ist eines gemeinsam: Groß sind sie nicht „Ich bin relativ schlank, aber viel Platz ist da nicht. Bequemes Unterfangen ist das keines“, schmunzelt Kevin Klein.

Er würde sich ja urnenbestatten lassen. „Das ist die absolut hygienischte Methode“. Eine, die auch immer stärker im Kommen ist. Am Friedhof gibt es schon einen sehr weitläufigen Bereich dafür im „Kremser Trauergarten“. Aber auch andere Varianten werden angeboten wie die Donaubestattung in der Wachau.

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Drehen wir noch eine Runde über den Friedhof zum Abschluss? Auch hier gibt es viele Ecken, die es wert sind hinzuschauen – liebevolle, verwunschene, skurrile.

Ich bedanke mich bei Kevin Klein für die Zeit, die er sich genommen hat – und die vielen Einblicke, die er gegeben hat.

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Bestattung Krems
Wiener Straße 87, 3500 Krems
Telefon: +43 (0) 27 32 / 801 – 630
bestattung@krems.gv.at
www.krems.at/bestattung

Ein Gedanke zu „Die richtigen Worte zur schwierigsten Zeit.“

  1. Stimmt, Kevin macht seine Arbeit sehr gut.
    Wir haben auch die Erfahrung machen dürfen, einfach bewundernswert.
    Auch das restliche Team macht ihre Arbeit gut bei der Bestattung Krems, herzlichen Dank.
    Alles Gute für die weitere Zukunft.

    Fam. Reuter Hollenburg

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