Wie es eine New Yorker Klang-Künstlerin nach Krems verschlägt


Maria Chavez is „artist in residence“, staying for one month at the Eyblfabrik in Krems. Come with us – have a look into the studios. Get to know the sound artist and DJ Maria Chavez. She is working on a sound performance in the Minoritenkirche in March. That’s why she is collecting stones of the river Danube. How does Krems sound, Maria? „Smooth. Clean. Beautiful“.

Ganz oben sind sie, die fünf Ateliers in der Eyblfabrik. Und genau dort ziehen alle paar Monate Künstlerinnen und Künstler von überall aus dieser Welt ein. Für ein bis drei Monate. Das ist das „Artist-in-Residence“-Programm, kurz AIR. Eine Form von Stipendium für Kunstschaffende aller Sparten. Eine davon ist Maria Chavez, Sound-Künstlerin aus New York.

Also kommt mit, drehen wir eine Runde durchs Atelier. Und lasst euch erzählen, was Maria mit den Kieselsteinen vorhat, die sie an der Donaulände sammelt.

Maria Chavez bezeichnet sich selbst als „Sound Artist“. Soundkünstlerin. Klangkünstlerin. Was sie die ersten zwei Jahre ihres Lebens hörte? Fast nichts. Sie hatte Wasser in den Ohren, nahm ihre Umwelt nur als dumpfe Geräuschkulisse wahr. Erst in den USA kamen die Ärzte hinter das Problem. Davor war die Diagnose „retarded“. Verzögerte Entwicklung. Was für eine Fehleinschätzung. Und wie anders wäre das Leben von Maria Chavez verlaufen, wenn ihre Eltern mit ihr in Peru geblieben und nicht ausgewandert wären. Oder ist es genau umgekehrt. Und diese besondere Wahrnehmung, diese besondere Art, die Welt zu hören, war der Grundstein für diese Laufbahn. Für eine Karriere als Klangkünstlerin (und DJane und und und).

Denn sie ist ziemlich erfolgreich, diese Maria Chavez. Und ständig unterwegs zwischen New York, Berlin, London, Mexico City … da klingt Krems fast exotisch. Hier arbeitet sie bis Ende März als Artist in Residence. An einer Installation in der Minoritenkirche. Deshalb sammelt sie auch an der Donau Kieselsteine. Diese wird sie dann bei einer Perfomance live zu „Sound Sculputures“ formen. Ob es vorher einen Plan gibt? „No, I’m an improviser. A professional improviser“. Dieses Erlebnis wird’s nur einmal geben. Und der Zufall wird eine große Rolle dabei spielen: „I believe in chance“.

Wie wird Krems klingen? Maria Chavez schwärmt von dem tollen Raum. Die Minoritenkirche, etwas ganz besonderes. Und der Kiesel, den sie gefunden hat: „smooth, clean, beautiful“. Ich bin gespannt. Der Termin steht bei unserem Gespräch noch nicht fest. Aber ich werd schauen, dass ich das hören kann.

UPDATE – Die Performance ist am Freitag, 20. Februar, 15 Uhr in der Minoritenkirche http://www.klangraum.at/

Wie sie Krems findet? Sie ist noch zu kurz da, um viel zu sagen. Aber zwei Dinge sind ihr aufgefallen. Dass die Autos hier vor den Zebrastreifen tatsächlich stehenbleiben, wenn jemand rübergehen will. Macht in NY niemand. Und: Die Bärte der Männer. Die würden selbst die Hipster im Norden Brooklyns, wo sie wohnt, vor Neid erblassen lassen. Na dann. Schätzen wir uns glücklich.

 

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3 Kommentare zu „Wie es eine New Yorker Klang-Künstlerin nach Krems verschlägt“

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