Warum Fräulein Müller ein bissl schmutzig ist.

Vespa und Winzer? Willkommen bei Alexander Zöller.

Salzburger. BOKU-Student. Beste Voraussetzungen dafür, dass Winzer-Kollegen nur den Kopf schütteln, wenn Alexander Zöller erzählt, dass er Wein macht. „Die meisten sagen sowieso, der spinnt. Und das finde ich auch irgendwie gut so. Ich möchte gar nicht everybody’s darling sein“, erzählt der Winzer. Den Hof in Dross hat er 2010 gekauft, seinen ersten Weingarten besaß er da noch gar nicht lange: 16 Ar am Wachtberg mit Weinstöcken, die mehr als 80 Jahre alt sind. Heute bewirtschaftet er verschiedene Lagen im Kremstal.

Zwischen Senftenberg und Stein spielen sich alle Welten ab.

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Ein Hoch auf das Experiment

Klar und konsequent, dass Alexander Zöller auch Weine macht, die nicht everybody’s darling sind. Dafür besonders spannend. „Meine Weine muss man immer öfters probieren. Mit einem Schluck ist man nicht fertig.“ Mehr will der Winzer auch gar nicht, seine Weine sollen gar nicht jedem schmecken. Viel besser passt die Nische zum kleinen Betrieb in Dross. Und innerhalb der Nische ist viel Platz für unterschiedliche Weine – und natürlich Experimente!

„Wenn ich im Keller keine Experimente mehr mache, wäre es Zeit aufzuhören“

Alexanders Keller war früher übrigens ein Stall. Dort, wo heute seine Stahltanks lagern, quiekten früher die Schweindln. Ein paar Steinfässer gesellen sich auch zu den Tanks, die sind ihm „so reing’rennt“ und bieten genug Platz für weitere Experimente.

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Das Fräulein Müller

Alexander Zöller mag es, auch mit Sorten zu experimentieren. Der Müller Thurgau ist in Österreich gerade ziemlich tot. Herausforderung genug, dass Alexander ihn sogar in zwei verschiedenen Stilistiken ausbaut: „Einen Müller Thurgau würde sich bei uns niemand freiwillig bestellen. Deshalb habe ich nach außergewöhnlichen Namen für die Weine gesucht … und bin auf Fräulein Müller macht Party gekommen. Der Wein ist unfiltriert, fast nicht geschwefelt, macht einfach Spaß. Man könnte also sagen, dass Fräulein Müller etwas schmutzig ist … Im Gegensatz zur Frau Müller. Der Wein ist klassischer, kräftiger.

Was willst du zu einer verkohlten Artischocke sonst servieren?

Alexander Zöller macht Weine von / bis. Vom klassischen „Saufwein“, über den man aber trotzdem reden kann – der Anspruch ist auch bei den einfachen Weinen da. Bis hin zu Weinen für Fortgeschrittene – mit Noten von gekochtem Gemüse. Weine, die bewusst in keine Kategorien passen, dafür zu experimenteller Küche. Für beides ist Alexander Zöller offen. Oft probiert er Neues gemeinsam mit vinophilen Weggefährten, die ähnlich denken. So ist auch die Vereinigung  Junge Wilden Winzer entstanden, bei er dabei ist.

Wenn die richtigen Leute mit dem richtigen Alkoholpegel zusammensitzen, entstehen die besten Ideen.

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60 Vespas in Dross

Ein Besuch am Weingut von Alexander ist aus mehreren Gründen empfehlenswert. Weil es spannend ist, gemeinsam über Alexanders Weine zu philosophieren. Weil der Verkostungsraum so herrlich gemütlich ist, gerade im Winter. Und weil Alexander für besondere Gäste seine Werkstatt öffnet – darin werkelt er an seinen Vespas. Seine älteste besitzt er schon seitdem er 16 Jahre alt ist: „Die hat mir mein Opa geschenkt und die schenk‘ ich meinem Buam.“

Als Mitglied des Vespa Clubs Flachgau kann es gut sein, dass seine Kollegen ihn hin und wieder besuchen. Immer dann, wenn gut 60 Vespas durch Dross rauschen, weiß man: Die wollen zum Zöller!

Wir auch. Hier die Adresse:

Weingut Zöller, DI Alexander Zöller, Hauptstr. 58, 3552 Dross
Weinverkauf & Verkostungen nach Vereinbarung:  0650 5552539, office@weingutzoeller.at

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Danke an die Crew & Murat Düzel für die Organisation!

 

Wenn der Korken früher knallt.

Lernen wir Wein! Auf der Weinakademie macht das so richtig Spaß.

Ihr habt noch den ganz tollen Champagner im Keller? Oder einen besonderen Sekt? Dann lasst so schnell wie möglich die Korken knallen. Denn „Schaumweine trinkt man am besten beim nächsten Frühstück – und nicht erst bei der Silberhochzeit in siebzehn Jahren“.

Solch überaus nützliches Wissen bekommt man auf der Weinakademie. Da gibts verschiedene Seminare und Kurse – von Basis bis akademisch. Und das alles auch mitten in Krems oder Langenlois, also direkt vor unserer Kellertür.

Man muss wissen, über was man schreibt. Und beim Thema Wein nehme ich die Recherche gern genau. Deshalb hat mein Gaumen 3 Tage Weintutorium hinter sich – ein sehr rundes Einsteiger-Programm. Da wird der Basiskurs kombiniert mit Extraprogramm wie Winzerbesuch und viel gutem Essen. In diesem Fall: Loisium, Weingut Steininger, Winzerhof Bründlmayer.

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Aber fangen wir von vorne an. Kein erfolgreiches Lernen ohne den passenden Lehrer. Und das hier mit der Flasche ist Hans Holletz, seit 16 Jahren auf der Weinakademie. Man könnte auch Wein-Wiki zu ihm sagen. Und mit dem Einstiegssatz „Es ist 5 nach 3 – lassen wir die Korken knallen“ hatte er sowieso alle Teilnehmer auf seiner Seite.

Was man an 3 Seminartagen im 10er Haus im Loisium so tut? Trinken! Verkostet haben wir rund 40 österreichische Weine – von der Wachau in die Weststeiermark und wieder zurück. Ziel war, einen Überblick über Österreichischen Wein zu bekommen. Das haben wir gut geschafft. Und gestrebert haben wir. Die wichtigsten Weinbegriffe, die größten Weinbaugebiete. Schließlich gab’s am letzten Tag eine Prüfung. Ein Teil davon auch die Weinbeschreibung. 5 Weine blind verkosten. Augen zu und durch. „Wein verkosten ist wie die Rückhand beim Tennis … trainieren, trainieren, trainieren“, sagt der Lehrer. Na dann, auf zu nächsten Einheit …

Gereifte Tropfen blubbern länger.

… und die ist im Weingut Steininger. Nur einen Weinwurf entfernt von unserem netten Seminarraum. Die Familie Steininger – Pionier in Sachen österreichischer Qualitätssekt. Hier gärt’s in Flaschen, Champagner dürfen/wollen wir nicht sagen. Aber so in die Richtung, traditionelle Flaschengärung, handgerüttelt, Lagerung. Denn merke: Je länger der Sekt VOR dem Degorgieren (=Hefedepot raus aus der Flasche) lagern darf, desto feiner die Perlen. Danach sollte der Schaumwein bald getrunken werden – Faustregel zwei Jahre. Lagensekte ausgenommen.

Einsteigen! Es geht zum nächsten „Flight“. Hans Holletz schenkt wieder ein. Während man normalerweise durch den Terminal hetzt, um seinen Flight zu erwischen, lehnt man sich im Seminar gemütlich in den Sessel. Da kommen dann zum Beispiel 3 typische Weine aus der Steiermark. Und welches Gericht passt jetzt zu welchem Wein? Unser Seminarleiter ist auch kulinarischer Tausendsassa. Ein Glas Sauvignon Blanc zum Spargel. Das Schnitzerl am besten zum Roten Veltliner.

Apropos Essen … unsere Stärkung im Heurigenhof Bründlmayer war außergewöhnlich. gebeizter Alpenlachs, geschmortes Kalb, warmer Schokoschaumkuchen … ich komme bald mal wieder … vielleicht kann man dann schon in dem schönen Hof sitzen.

„Wein ist immer Emotion. Wein ist immer Stimmung“. Wem sagen Sie das! Was für ein schöner Schlusssatz, Hans Holletz! Uns hat es gut gefallen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Bank begeistert. Wir alle konnten unser mehr oder weniger großes Halbwissen ein Stück weiterdrehen. Aber noch viel wichtiger: Wir haben alle Lust aufs Weitertrinken!

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Die Weinakademie bietet nach dem Basiskurs auch Aufbauseminare an. Oder Tage zu speziellen Themen wie Sekt, Wein & Käse, Wein & Schokolade …

Lust auf Wein! Lust auf Weiterbildung! Toll, dass es so etwas bei uns ums Eck gibt.
Alle Seminare auf http://weinakademie.at/

Weinakademie Österreich,
Expositur Krems, Undstraße 6, 3500 Krems

Tel: +43 (0) 2732/87612, info-krems@weinakademie.at