P wie Pancetta.

Finalmente! Ein italienischer Feinkostladen in der Stadt.

Er lebt ihn. Den Aussteigertraum par excellence: Prosciutto aufschneiden, mit Gästen bei bei Friulano und Spumante über die Welt und gutes Brot philosophieren.

Bis vor kurzem war Hans Martinetz noch Manager in Dubai. Seit Ende Jänner hat er seinen Alimentari-Laden Il Magazzino in der Steiner Landstraße geöffnet. Dort finden Feinspitze alles was Gaumen und Herz erfreut: Weine aus Italien und Österreich, edle Fisch-Konserven aus Frankreich, Pasta aus Neapel, Limonaden aus Lyon und eine kleine feine Theke. Darin handverlesene Köstlichkeiten, die nach Urlaub schmecken: Lardo, Bresaola, Pecorino, Taleggio … Da fängt das italophile Herz zu bumpern an.

bearbeitet-klein-9464

Hans Martinetz, il Magazzino

„Irgendwann hatte ich genug davon, in großen Konzernen zu arbeiten. Von diesem Laden wusste ich: Der macht Spaß.“

Hans Martinetz bezieht viele seiner Produkte von einem Großhändler aus Venedig. Dem vertraut er, der vertreibt viele Slow Food-Produkte. Den Rest vom Sortiment hat er selbst entdeckt. In unzähligen Reisen nach Italien, Istrien und Südfrankreich. Oder an den Wochenenden, die er immer wieder in seiner Wohnung in Triest verbringt: „Der kürzeste Weg zum Meer“. Am Rückweg ist der Wagen stets randvoll mit Delikatessen. Alles, was hineinpasst, wird mitgenommen.

bearbeitet-klein-9470

bearbeitet-klein-9457

bearbeitet-klein-9488

Knabbergebäck aus Apulien. Haselnuss-Aufstrich mit dem höchsten Nuss-Anteil weit und breit. Colomba aus Triest. Im Il Magazzino kann man auch schöne Geschenke kaufen. Für sich selbst oder Menschen, die ähnlich ticken. Man kann aber auch vor Ort kosten. Mehrere Weine schenkt Hans Martinetz glasweise aus: Friulano, Ribolla Gialla, Pinot Grigio. Ja, auch Champagner. Und der Chef versichert:

„Wir können über alles reden. Wenn euch ein Wein interessiert, mache ich ihn auf.“

Zum Wein probiert man am besten etwas aus der Theke: ein Semmerl mit Mortadella. Eine kleine Käsevariation. Dazu passt herrlich das Sauerteig-Brot von Fritz Potocnik, das immer freitags frisch ins Il Magazzino geliefert wird. Caffè gibt’s auch. Ein Dolce dazu?

bearbeitet-klein-9435

bearbeitet-klein-9431

bearbeitet-klein-9440

Der geborene Wiener wohnt übrigens schon 25 Jahre in Krems. Beruflich kam er viel herum. Jetzt ist er im Süden gelandet – mitten in Krems/Stein.

Gut so!

Il Magazzino
Steiner Landstraße 76
3500 Krems
Tel.: +43 664 844 61 73
E-Mail: magazzino@il-magazzino.com

Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag: 10 – 19 Uhr
Samstag: 10 – 13 Uhr

bearbeitet-klein-9471

bearbeitet-klein-9483

 

Advertisements

Strawanzer: straordinario!

Friaul mitten in Langenlois: Schwillinskys wunderbares Gastspiel im Strasser Keller.

Kontemplativ illuminiert. Absolut glückselig. So fühlt man sich nach einem Abend bei Karl Schwillinsky und Barbara Öhlzelt im Strasser Keller. Unter dem Motto „Schwillinsky strawanzt“ bespielen die zwei diesen tollen Ort für mehrere Wochen. Diesmal zum Thema Friaul. Kurzurlaub für die hochnebelgeplagte Seele. Eine kräftige Portion Süden am Teller und – auf Wunsch – auch im Glas. Denn neben den Weinen von Barbara Öhlzelt kann man auch Friulano und Spumante aus Cormòns kosten.

Die Weine haben die beiden auf ihren Reisen entdeckt – denn dem jährlichen Strawanzer-PopUp geht eine ausgiebige Grundlagen-Recherche voraus. Sprich: Barbara und Karl machen im besagten Gebiet Urlaub, verkosten gemeinsam. Kaufen in diesem Falle Montasio-Käse, Oliven, Salami und Schinken. Letzteren übrigens von der kleinsten Manufaktur in San Daniele – La Glacere. 

bearbeitet-klein-6518

bearbeitet-klein-6550

bearbeitet-klein-6529

Wieder zuhause, entwirft Karl die Karte. Mio Dio, die kann sich sehen lassen. Da kann man zum Beispiel mit Carpaccio, gefüllten Calamari oder Jota triestina als Antipasto starten. Danach stehen schwere Entscheidungen bei den Primi an: hausgemachte Gnocchi, Linguine alle vongole oder Fritto misto. Geht es nach Barbara und Karl, dann:

„Unbedingt: Fritto misto!!!“

Dafür frittiert Karl Miesmuscheln, Garnelen und Fischfilets samt knuspriger Panade, die dann zielsicher mit einem Tupf dieser tollen Aioli versehen werden sollten. Herz, was willst du mehr? Naja, vielleicht Fegato alla veneziana. „Die Leute sind wieder verrückt nach Innereien und solchen Sachen. Ich brauche hier im Keller in den wenigen Wochen satte 10 Kilo Kalbsleber“, schmunzelt Karl.

ndw1152x.gif

bearbeitet-klein-6590

bearbeitet-klein-6526

Barbara Öhlzelt und Karl Schwillinsky vor dem Strasser Keller

Pointiert dekoriert: Viel Freude macht auch der Keller selbst. Selten gibt es diese Plätze, an denen sich alles so stimmig zusammenfügt. Ein Platz voller Patina, sei es die gemütliche Gaststube im ersten Stock oder das heimelige Dachgeschoss mit Blick auf Langenlois samt Loisum.  Früher hat die Besitzerin Christa Strasser hier selbst Heurigen gemacht. Seit einiger Zeit bespielen Barbara und Karl den Keller im Winter für ein paar Wochen – ab Herbst 2018 ist sogar noch mehr geplant: „Wir wollen dann schon mit Gansl starten im November. Der Advent bietet sich toll für Weihnachtsfeiern an. Jänner bis März widmen wir wieder einem speziellen Thema“, erzählt Barbara.

Dafür ausgestattet sind sie. In der Küche steht ein Ferrari. Also: der für Köche. Ein echter MOLTENI-Ofen. Ein Ding, das in Frankreich in jedem Sterne-Restaurant zu finden ist und das Karl im Schweiße seines Angesichts die Treppen des Strasser Kellers hoch-hievte. „Bei jeder Stufe mussten wir eine Pause machen, weil der Ofen so schwer ist. Aber das war es wert. Er funktioniert wie ein alter Steinofen – man kann Dinge darauf wie eine italienische nonna stundenlang schmurgeln lassen.“

bearbeitet-klein-6494

bearbeitet-klein-6504

Tja, bleibt nur noch eine Empfehlung: Bis zum Dolce durchhalten! Denn das Safraneis solltet ihr auf keinen Fall auslassen. Genauso wenig wie Barbaras Wein-Repertoire durchzuprobieren. Und zu späterer Stunde kommen dann noch die Oliven. Und eine zweite Portion der selbstgebackenen Grissini und ………………………

bearbeitet-klein-6557

bearbeitet-klein-6541

Schwillinsky strawanzt – Thema Friaul-Julisch Venetien

Strasser Keller, Am Rosenhügel 2, 3550 Langenlois
12. 1. – 4. 2. 2018 und 2. 3. – 1. 4. 2018
täglich ab 18 Uhr, Montag & Dienstag Ruhetag

Strawanzer Heringsschmaus Buffet, 13. 2. – 17. 2. 2018, tgl. ab 19 Uhr 
Unbedingt reservieren: barbara@weinberggeiss.at oder
während der Öffnungszeiten unter 0676 3550959
Mehr Infos auf http://www.weinberggeiss.at/schwillinsky-strawanzt/

Durchgeknallt & aufgetischt.

Sektverkostung am Kremser Frauen-Weinstammtisch

Als letzten Beitrag für heuer hab ich mir Adäquates ausgesucht. Wie klingt Schaumwein-Verkostung? Falls ihr noch den passenden Sprudel für Silvester sucht, gibt’s hier die passenden Empfehlungen.

Grundlage der Recherche: Ein Weinstammtisch, den es schon seit dem Jahr 2000 gibt. Gegründet von Frauen in und rund um Krems, die Wein mögen. Aus unterschiedlichsten Gründen. Weil sie beruflich damit zu tun haben. Weil die Männer Winzer sind. Oder weil sie einfach gerne Neues probieren.

img_2122_klein

img_2150_klein

img_2139_klein

Die Gruppe trifft sich einmal im Monat zu einem Thema. Das Motto bei diesem Stammtisch: Schaumwein international. Alles außer Champagner. Verkostet wurde blind. Geredet wurde bunt. Denn das ist einer der Unterschiede zu (vorwiegend) männlichen Runden. Dass die Gespräche durchs Glas quer über alle Lebensthemen sprudeln. „Easy und privat“, so beschreiben die Mitglieder die monatliche Runde.

Raus kommt ein buntes Bouquet an Geschichten. Eine sehr gemütliche Runde, in der man frei von der Leber (sic!) erzählt. Männer. Sorten. Jahrgänge. Und dann kommen feine Sprüche. Es geht stets um Wein, wohlgemerkt.

„Von der Nase her find ich ihn schön.“

img_2170klein

„Er prickelt in alle Richtungen.“

img_2133_klein

„Einer für alle. Oder zum Sammeln.“

images
Literaturtipp zum Thema. Ein sehr feines Büchlein.

Jetzt spann ich euch aber nicht auf die Folter. Wir haben rund 15 Schaumweine verkostet. Durch die Bank gab es zwei, die allen sehr gut gefallen haben – also getrost fürs Silvestermenü gekauft werden können. Überraschung sind sie keine. Aber schön, dass sich die heimischen Tropfen gegen viele internationale durchgesetzt haben:

Beide nach Champagner-Methode hergestellt, sprich traditionelle Flaschengärung. Das merkt der Gaumen dann am sanften Prickeln. Fesch!

Apropos: Die Runde diskutierte auch die Aufmachung der Flaschen – und ist sich da gar nicht so oft einig. Zwischen hübsch und billig ist oft nur ein Schluck dazwischen.

img_2169_klein

img_2166_klein
Was wäre eine Verkostung ohne gutes Essen?

img_2192_klein

Der exklusiven Runde kann man beitreten, indem man ein bestehendes Mitglied kennt und einen Schnupper-Antrag stellt. Der wird übrigens meistens angenommen, so streng ist das nicht. Falls euch das interessiert, gebe ich eure Daten weiter: pamela.schmatz@friedlundpartner.at

Ich finde es schön, dass es in Krems viele unterschiedliche Formate gibt, die sich mit Wein beschäftigen – hier gehts zu einer weiteren hochkarätigen Runde. Auf dass es 2017 so prickelnd weitergeht. Prost!

„Er brennt ziemlich, aber bleibt sehr lang.“