Komplizen gesucht.

Los geht’s: Reisebuch LUST AUF NIEDERÖSTERREICH mit Michael Horowitz.

Ihr habt sicher bemerkt, dass es hier am Blog in letzter Zeit ein bissl ruhig war. Das hat gute Gründe. Ich arbeite nämlich an meinem Buch LUST AUF NIEDERÖSTERREICH. Da findet ihr dann in gewohnter Manier gute Adressen und interessante Menschen. Aber eben in Print zum Einstecken ins Reisetascherl oder Beautycase. Erscheinungstermin wird November sein – bis dahin heißt’s Gas geben und alles Spannende aufsaugen, was sich so tut im Land. Und das ist viel, kann ich euch sagen.

Geheimtipp? Gerne!

Du hast gerade gehört, dass der Nachbar des Bruders deiner Schwägerin ein neues Lokal aufsperrt? Dann sag‘ mir das doch, Komplize! Schick mir deine Tipps: pamela.schmatz@friedlundpartner.at. Im Buch wird es um diese sechs Regionen gehen: Krems (eh kloar!), Wachau, Kamptal, Traisental, Wagram und das Waldviertel.

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Mit Michael & Angelika Horowitz und Rainer Friedl.

Startschuss beim Sodoma

Alle Beteiligten haben ja einen gewissen Hang zu gutem Essen. Deshalb haben wir den Auftakt fürs Buch beim Sodoma in Tulln gefeiert – ein Tipp, den ich gebetsmühlenartig wiederhole in Sachen Essen. Hier sind nämlich Angelika & Michael Horowitz in gewisser Art zuhause, viele Jahre kommen sie schon „zum Pepi“ nach Tulln. In ihrem Verlag wird LUST AUF NIEDERÖSTERREICH erscheinen. Michael war Chefredakteur der KURIER freizeit und hat selbst viele Bücher über Niederösterreich geschrieben. Große Fußstapfen! Auch Rainer Friedl gehört zu den Stammgästen hier – er wird mit der Kamera unterwegs sein, das Buch wird bei uns in der Agentur FRIEDL UND PARTNER entstehen.

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Zeigen wir natürlich auch her: den Pepi Sodoma. Wirt, Weinkenner, Wissen-Woller.

Beigetragen haben übrigens auch Rhea Temper und Nisa Maier von blond. communication. Mit ihrer Arbeit haben sie die Basis geschaffen, dass das Buch entstehen kann. Die Zwei sind toll!

Zum Abschluss ein paar Bilder von den ersten Runden. Weder Litschau, Langenlois noch Langenlebarn sind fortan vor mir sicher. Ich werde euch auf dem Laufenden halten …  und immer wieder die neuesten Tipps einstreuen.

Schönen Sommer!

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„Abstrakte Malerei ist wie die Streif“

Am 1. Juli wird die Kunsthalle Krems wiedereröffnet. Was uns erwartet, erzählt der „Neue“: Florian Steininger.

Das Re-Opening rückt näher. Sie sind seit Juli 2016 künstlerischer Direktor. Was wird’s bei Ihrer ersten Ausstellung zu sehen geben? Und wie wird man sie betreten – angesichts dieser Riesenbaustelle davor?

Florian Steininger: Das WIE steht noch nicht fest – notfalls über einen Nebeneingang. Das WAS ist fix: Ich eröffne die Kunsthalle mit Abstract Painting Now! Es wird ein Querschnitt durch die abstrakte Malerei, auch mit Superstars wie Gerhard Richter und mit österreichischen Positionen. Abstrakte Malerei, das ist ein Thema, das mich schon lange begleitet – zugleich ist es eine Art Aorta, die sich seit über 100 Jahren durch die Malerei zieht, und mit sinnlicher und emotionaler Qualität beeindruckt. Als Besucher soll man da richtig reinkippen können. Ich möchte keine Gebrauchsanweisung liefern.

Wie werden Sie das Programm der Kunsthalle generell gestalten. Was ist Ihnen wichtig?

Mir geht’s ums Fokussieren, ums Spezialisieren. Die Malerei ist nicht mehr die Hauptdomäne. Da gibt es so viele andere Formate – die Performance-Kunst, die Fotografie – denen ich auch Platz geben will. Dabei geht’s mir ums Konzentrat. Wenn man das mit dem Skifahren vergleicht, dann ist das vielleicht einmal Slalom, dann eine Abfahrt. Aber immer etwas Spezifisches, Konzentriertes.

Und die abstrakte Malerei, was wäre die?

Die ist sicherlich die Streif … aber wenn man will, wird es dabei „Begleitung“ geben. Auch in der Kunstvermittlung gehen wir einen Schritt weiter. Da entstehen multimediale Guides in Form einer App, mit der man sich Zusatzinfos zur Ausstellung holen kann. Da kommen die KuratorInnen zu Wort, da wird es mehr Informationen zu den KünstlerInnen geben und so weiter. Neu ist übrigens auch, dass wir die Dominikanerkirche als Räumlichkeit dazubekommen.

Die Kunstmeile reicht in Zukunft vom Minoritenplatz bis zum Körner Markt.

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Totalumbau. Nicht nur in der Kunsthalle. Nebenan entsteht die Landesgalerie Niederösterreich.

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Was beschäftigt die Kunst gerade, welche Trends gibt es?

Die Skulptur ist wieder im Kommen … aber nicht im klassischen Sinne. Sondern in Form von Installationen, mehr in konzeptueller Hinsicht. Auch Fotografie ist ein starkes Thema, das in der neuen Programmatik der Kunsthalle einen Platz haben wird. Ich möchte generell weniger museal sein, die Kunsthalle soll ein zeitgenössischer Ort sein.

Es geht um das Jetzt.

Und es geht auch um die internationale Dimension. Die Kunsthalle strahlt ja aus, hat überregionale Bedeutung. Sie ist das internationale Flaggschiff hier. Da braucht es klare Profile – und Abgrenzung zu den anderen Häusern der Kunstmeile. Mir ist die Kunst als Kunst ein Anliegen. Obwohl zum Beispiel die Videokunst auch stark gesellschaftspolitisch positioniert ist …

Kunst & Politik – verträgt sich das für Sie? Sind Sie ein politischer Mensch?

Ja, ich bin ein politischer Mensch. Auch viele Künstler sind sehr politische Menschen – machen aber nicht unbedingt politische Kunst. Dann wäre die Arbeit oft zu stark aufgeladen, wenn man die Kunst als Vehikel benutzen würde. Das ist in unserer Zeit besonders schwierig. Bei Valie Export oder Marina Ambramović war das noch etwas anderes, das war authentisch. Aber heute benützen Künstler politische Statements auch für die eigene mediale Aufmerksamkeit … sie hängen sich sozusagen ans Leid anderer an …

…  ich nenne das Betroffenheits-Kitsch.

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Florian Steininger in seinem „Übergangsbüro“.  Das Bild ist von seinem Vater Erich Steininger.

Mit welcher Kunst umgeben Sie sich privat gerne?

Da hängt viel von meinen Künstler-Freunden. Hier im Büro habe ich zum Beispiel einen Druck von meinem Vater Erich Steininger. Da er Künstler war, war Kunst für mich immer selbstverständlich. Auch die Kunsthalle Krems kenne ich übrigens von klein auf. Meine Mutter ist in Stein aufgewachsen.

Generell mag ich eher das Minimalistische. Auch bei Design. Deshalb sitze ich hier auch auf einem Bürostuhl von Charles und Ray Eames.

Danke für das Gespräch, bis bald beim Re-Opening!

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Kunsthalle Krems
wieder geöffnet ab 1. Juli 2017
Franz-Zeller-Platz 3, 3500 Krems
office@kunstmeile.at

Draußen zuhause

Vieles muss laufen, damit in Krems alles läuft. Manfred Wohlgemuth und seine Kolleginnen und Kollegen am Wirtschaftshof arbeiten jeden Tag dafür.

Mädchen für alles sei er, sagt Manfred Wohlgemuth. So vielseitig sind seine Aufgaben am Wirtschaftshof. So flexibel ist er in dem, was er kann und tut. Das, was wir Ottonormal-Kremser vom Wirtschaftshof kennen, ist ja nur die Spitze des Eisbergs: Wir entsorgen dort den Müll, der nicht in die Tonne passt oder darf. Hinter den Containern befindet sich aber noch ein Labyrinth an Werkstätten, Garagen, Lagerräumen. Hier werken Tischler, Elektriker, Kanalarbeiter, Gärtner, ja auch die Kremser Müllabfuhr ist am Gelände stationiert. Zirka 30 Leute sind sie hier, sagt Herr Wohlgemuth. Und eigentlich kann er mit allen. „Nur wenn jemand nicht grüßen kann, das ärgert mich. Aber prinzipiell rennt der Schmäh bei uns. Und das ist gut so.“

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Stauden schneiden, Randsteine setzen: Manfred Wohlgemuth kann alles. Hauptsache: draußen.

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Der Kick, dass jeder Tag anders ist

Manfred Wohlgemuth ist das „Chamäleon“. Regelmäßig fährt er mit am Müllwagen. Doch meistens ist er am Hollenburger Wirtschaftshof. Außenstelle sozusagen. Da schaut er drauf, dass das Gelände in Ordnung ist. Und er ist für die umliegenden Orte zuständig. Für Thallern, Angern, Brunnkirchen, das Wetterkreuz. Da geht’s darum, Stauden zu schneiden, Gehsteige zu säubern, Randsteine einzusetzen. Am nächsten Tag kann’s sein, dass er den Asphaltierern hilft, wenn wieder ein Stück Straße zu machen ist. Oder er fährt mit in eine der Schulen, für die die Stadt zuständig ist, zum Ausräumen oder Ausbessern. Kein Tag ist wie der andere. „Ich bin gern unterwegs und mag den Kick, dass jeder Tag anders ist. Einen Computer könnt’ ich nicht einmal einschalten. Ich bin draußen zuhause.“

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„In zwei Jahren hab’ ich den 30er

… erzählt Manfred Wohlgemuth. Lebensjahre? Geht sich nicht ganz aus, lacht der 58-Jährige. Aber Arbeitsjahre für die Stadt Krems. „Und es war eine gute Entscheidung. Das ist ein sicherer Job, und das ist in einem gewissen Alter auch sehr wichtig.“ Langweilig wird ihm wohl nie werden, dem Herrn Wohlgemuth. „In der Pension, da werde ich dann wahrscheinlich nur mehr draußen sein.“

Danke fürs Gespräch, Herr Wohlgemuth!

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