Lust auf Anbraten.


Heute kochen wir Fleisch und fotografieren analog. Also extrem 20. Jahrhundert, werden manche von euch sagen. Einfach gut, sag ich. Und mal was ganz Anderes. Nicht das mit dem Fleisch, das landet in regelmäßigen Abständen auf meinem Teller. Aber das mit analog. Das mit der Sofortbild-Kamera. Eine „neue“ Art zu Fotografieren. Die andere Einstellung – nicht nur kameratechnisch. Sondern vor allem eine andere Einstellung zum Fotografieren. Das Wissen, dass man nur 20 Schuss hat. Weil nur 2 Filme da. Genau überlegen, wann man abdrückt. Bildkomposition vor dem Schuss plus die Überraschung, was dabei rauskommt. Die Spannung bis das Bild fertig entwickelt ist. Ähnlich dem Moment, in dem man die Backofentür öffnet und schaut wie der Kuchen geworden ist.

Schluss mit der Pseudo-Fotografie-Philosophie. Aber es ist ein spannendes Thema. Ein Thema, auf das ich euch Lust machen will. Denn ich war diese Woche bei Dietmar Kurzmann, einem der Kremser Fotografen, der sich viel mit analoger Fotografie beschäftigt. Dunkelkammer-Profi. Ehemaliger Obmann des Kremser Fotoklubs. Bericht – und Fotos – folgen. Ausstellung in der Fine Art Galerie auch.

So. Jetzt geht’s an den Herd. Schließlich werdet ihr Hunger haben. Ich serviere euch heute:

Kremser Senf-Rostbraten

Ein Gericht, das mit Krems zu tun hat. Nicht nur weil eine kräftige Portion Stadt-Senf reinkommt. Sondern weil es auch von einer Kremser Wirtin stammt, nämlich von Ulli Amon-Jell. Es ist auch für ungeübte Herd-Benützer ein passendes Rezept. Schwierigkeitsgrad: einfach. Oder Einfachkeitsgrad: paaaaassst.

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Man nehme:

  • 4 Stk. Rostbraten oder Beiried
  • 2 reife Birnen (Williams)
  • 1/4 l Zweigelt
  • 1/2 l Rindssuppe
  • 2-3 EL Kremser Senf
  • 2 EL Balsamico Essig
  • 1-2 EL Zucker
  • 1/8 l Obers
  • Öl zum Anbraten
  • Salz, Pfeffer

Das Fleisch salzen, pfeffern und auf beiden Seiten anbraten. Dann wieder raus aus der Pfanne. Bratenrückstand mit Zweigelt und Suppe ablöschen (kann man eigentlich auch anlöschen?).  Dann den Kremser Senf, Zucker, Essig, Salz und Pfeffer dazu – ein bissl sanft köcheln lassen, der Profi sagt einreduzieren.

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Spätestens jetzt einen Schluck Rotwein trinken. Schließlich kommt nun die „Hockn“, also der Teil, der ein bissl Arbeit macht. Wenn möglich: Kinder dafür einspannen. Sonst selbst: Birnen schälen, entkernen und in Spalten schneiden. Finde den Fehler im Bild weiter oben. Oder: Das mit dem Schälen hab ich irgendwie vergessen.

Die Birnen in die Saft-Reduktion, Obers dazu. Fleisch wieder in die Pfanne. Frau Jell sagt jetzt: Noch mal kurz köcheln lassen. Ich habe lange schmurgeln lassen, weil das Fleisch sonst nicht weich gewesen wäre. Das war’s aber dann auch schon. Beilage: flexibel. In meinem Fall Butter-Thymian-Erdäpfel. Spätzle, Nudeln, Reis aber auch möglich.

Ab auf den Teller. Auf zu einem sonnigen Platzerl. Mahlzeit!

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Gut, ganz lassen konnte ich das mit der digitalen Fotografie dann doch nicht. Wär auch irgendwie unlogisch, wenn man einen Blog schreibt. Sonst müsst ich euch das Ganze per Post schicken.

Hier also noch die Best-of-iPhone-Pics.
Viel Spaß und Appetit!

birne
Die drei Birnen vorm Grill(en)
pfanne
Fertig.
kamera
Danke an die Küchenhelfer.

 

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