Happy Birthday, Mr. Schmidt …

300 Jahre wäre der Maler Martin Johann Schmidt am 25. September geworden. Krems feiert das barocke Multitalent mit vielen Veranstaltungen.

Was schenkt man einem Kremser Promi zum 300. Geburtstag? Am besten ein ganzes Jahr voller außergewöhnlicher Veranstaltungen: Noch bis 28. Oktober hat die Ausstellung Weltberühmt in Krems im museumkrems geöffnet. Hier bekommt man den spannenden Kontrast zwischen den barocken Bildern von Martin Johann Schmidt und Werken von Padhi Frieberger serviert. Dazu Fotografien von Josef Maria Eder, einem weiteren Ausnahme-Kremser.

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Martin Johann Schmidt vs. Padhi Frieberger im museumkrems
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Künstler, Politiker, Geschäftsmann, Marketingprofi: Martin Johann Schmidt hatte viele Talente.

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Ein Geburtstag, viele Partys.

Damit ein Jubiläumsjahr gelingen kann, greifen in Krems viele Hände in einander: „Dieses Jahr ist für uns Auftakt, um verstärkt mit den Vereinen in der Stadt und anderen Kulturinstitutionen zusammenzuarbeiten“, erzählt Doris Denk, Leiterin des Bereiches Bildung, Kultur und Tourismus. Gemeinsam mit Gregor Kremser, der seit heuer das Kremser Kulturamt leitet, hat sie viel vor. Da ist das Jubiläumsjahr ein guter Prototyp, um neue Veranstaltungen und Formate in Krems möglich zu machen.

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Geburtstagspackerl für den Kremser Schmidt: Gregor Kremser, Leiter des Kulturamts, und Doris Denk, Leiterin des Bereiches Bildung, Kultur und Tourismus

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Aber zurück zu Martin Johann Schmidt, der diesen Herbst mit vielen Veranstaltungen gefeiert wird. Zum Beispiel am 24. September mit dem Vermittlungs-Programm 300 Jahre für 3 Stunden und mit Konzerten in der Pfarrkirche St. Veit (24. September) und im Kloster UND (18. Oktober).

Wein, Tanz & Schokolade

Tanzen wie der Kremser Schmidt? Kann man am 7. Oktober beim Erntedankfest der Pfarre Stein bei einem Workshop mit der Tanzmeisterin Judith Waldschütz.

Das Marketingtalent Martin Johann Schmidt hätte es ähnlich gemacht: Das Geburtstagsjubiläum war auch Anlass für neue Produkte, die als Kremser Mitbringsel um die Welt gehen können. Zum Beispiel barock üppig: Die Konditorei Hagmann hat Martin-Johann-Schmidt-Schokolade kreiert, die es in Kugel- und Taler-Form gibt. Dazu vielleicht ein Glas zeitgenössische Trinkfreudigkeit? Das Weingut Stadt Krems widmet eine Sonder-Edition seines beliebten Grüner Veltliner LÖSSTERRASSEN dem Kremser Schmidt.

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Viel Neues für die Galerien

Viele nehmen runde Geburtstage als Anlass für Veränderungen. Für das Team der Kremskultur ist es Auftakt, die Räumlichkeiten des Dominikanerklosters mit neuen Konzepten zu bespielen. Darin befinden sich nämlich sogar zwei Galerien! Gregor Kremser dazu: „Für die Bibliotheksgalerie arbeiten wir an einer neuen Programmatik. Hier werden wir immer wieder Künstler mit Krems-Bezug zeigen. Wir wollen, dass die Kremserinnen und Kremser wieder gerne zu uns ins Museum kommen.“

Momentan gibt’s in der Bibliotheksgalerie übrigens die Ausstellung des spanischen Malers Daniel Domaika zu sehen. Noch bis 4. Oktober!

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„Weltberühmt in Krems. Vom Kremser Schmidt zu Padhi Frieberger“.
Eine Ausstellung der Landesgalerie Niederösterreich im museumkrems.
Bis 28. Oktober 2018, täglich, 11.00 – 18.00 Uhr

„Abierto.Daniel Domaika“ in der Bibliotheksgalerie
zu sehen während der Öffnungszeiten der Stadtbücherei
Finissage: Donnerstag, 4. Oktober, 19 Uhr

museumkrems, Körnermarkt 14, 3500 Krems an der Donau

 

 

 

 

Go, Goliath, go!

Kommt mit aufs Schlachtschiff in Sachen Wein: Zu den Winzer Krems und zum Kremser Schmidt.

Ich will ja immer Trüffelschwein sein. Nach neuen Lokalen graben. Raritäten ausbuddeln. Bei dieser Geschichte hab ich das Schwein von hinten aufgezäumt. Und bin direkt zu Goliath in Sachen Wein – zu den Winzer Krems. Der größte Weinbaubetrieb Österreichs. Eine Winzergenossenschaft mir 1.000 Mitgliedern und 1.000 Hektar Rebfläche.

Sie steht direkt in Krems – die „Sandgrube 13“ ist nicht nur Bestandteil des Markenauftritts, sondern auch Adresse. Ein Produkt, das für die Brand-Identity maßgeblich ist, wie so viele meiner Werbe-Kollegen so schön sagen, ist der Kremser Schmidt. Ein Wein, den es seit 1961 gibt. Das Ziel: Jedes Jahr soll er ähnlich schmecken. Vorrangig einem Zielpublikum, das ihn durchschnittlich schon sehr viele dieser Jahre begleitet.

Gerade weil ihm so ein Hauch Naphthalin anhaftet, hat er mich interessiert, der Wein. Um knappe 5 Euro gibt’s da eine Flasche frisch-fruchtigen Wein. Gut! Etwas Unkompliziertes. Gar nicht verstaubt.  „Der Kremser Schmidt ist ja ein modern gemachter Wein, der bewusst nostalgisch daherkommt“, erklärt Marketingleiter Stephan Nessl. Für LUST AUF KREMS hat er zwei ältere Jahrgänge aus dem Keller und Pressefotos aus dem Archiv geholt.

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Links unten: die Weinpräsentation im Hotel Europa 1961. Rechts oben: Die passende Bim im Kremser-Schmidt-Branding

Präsentiert wurde der Kremser Schmidt 1961 übrigens in Wien im Hotel Europa. Damals noch von alt-ehrwürdigen Herrn mit Schnauzern. Das Gesicht des Marketings hat sich also verändert. Das des Kremser Schmidt nur in sanften Dosen. Seit 2011 gibt’s ihn wieder in der Originalflasche wie anno dazumal.

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3 Generationen Kremser Schmidt: Jahrgang 1964, 2010, 2015.

Der Kremser Schmidt ist nichts weniger als der erfolgreichste Wein der Winzer Krems. Bis zu 200.000 Flaschen gehen da pro Jahrgang raus. Früher gab’s ihn auch in Rot. Heute gibt’s nur mehr die weiße Variante – ein Cuvée aus Grünem Veltliner.

Auch bei der Führung durch die Genossenschaft ist der Kremser Schmidt natürlich Thema. Der Namensgeber war nämlich ähnlich erfolgreich wie sein Wein. Martin Johann Schmidt war einer der bekanntesten Maler seiner Zeit – ein Ai Wei Wei des Barock sozusagen. Viele seiner Werke sind rund um Krems verstreut – in Spitz, Wien, Moritzreith. Sein Wohnhaus steht übrigens in der Steiner Landstraße Nummer 22.

Die Genossen am Traktor.

Hier geht’s jetzt weiter mit einem kleinen Rundgang durch die Winzer Krems. Während meiner Recherche war gerade Hochsaison. Die Traktoren-Schlange am Gelände schier endlos. Viele Genossenschafts-Mitglieder lieferten gerade ihre Trauben ab. Der Herr auf der Balustrade – der Herr über die Qualität. Denn der Stab in der Hand ist kein Walking-Stecken. Damit nimmt er eine repräsentative Probe der gelieferten Trauben.

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Der Rundgang durch die Genossenschaft macht ihre Größe spürbar. Ein Blick in den Keller verrät: Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Hier wird zielstrebig gearbeitet, um gute unkomplizierte Weine zu machen, die einem breiten Publikum schmecken. Fokus auf Primäraromen. Frisch, fruchtig, duftig lautet die Devise.

Nebenbei erfährt man noch viel über die Gegend. Und ein paar nette Geschichten, wenn man so einen begeisterten Guide hat wie den Herrn Winkler. Der hat mit einem schönen Zitat von Lessing geschlossen. Ich tu es ihm gleich:

Ob ich morgen leben werde,
Weiß ich freilich nicht:
Aber, wenn ich morgen lebe,
Daß ich morgen trinken werde,
Weiß ich ganz gewiß.

Gotthold Ephraim Lessing

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Winzer Krems, Sandgrube 13, 3500 Krems
Tel. +43 (0)2732 85511, office@winzerkrems.at

Ab Hof-Verkauf
Montag bis Freitag: 8.00 – 17.00 Uhr
Samstag 10.00 – 17.00 Uhr
Mai bis Oktober zusätzlich: Sonn- und Feiertag 10.00 – 16.00 Uhr

Führungen an geöffneten Tagen um 10.00 Uhr und 14.00 Uhr oder für Gruppen ab 20 Personen innerhalb der Öffnungszeiten gegen Voranmeldung.

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