Das Beste kommt geflogen.

Was gute Lehrer wie Christian Ludwig Attersee können und warum sie manche Formen anmachen. Die Malerin Crenguta Mitrofan im Porträt.

Das Beste im Leben ist ihr immer zugeflogen, sagt sie. So wie diese Wohnung im Kremser Fellnerhof. Und das Atelier gleich schräg darüber. Crenguta Mitrofan war einfach zur richtigen Zeit am richtigen Platz. Und das stimmt auf vielen Ebenen. „Wo ich bin, das bin ich“, sagt sie. Das gilt für die liebevoll renovierte Altbauwohnung mitten in der Altstadt genauso wie für ihre Malerei.

Ich stell euch heute diese Malerin vor, weil ich es immer wieder wunderbar finde, über so außergewöhnliche Menschen mitten in Krems zu stolpern. Menschen, die für das brennen, was sie tun – auch wenn’s im Atelier nur knappe 10 Grad hat. Aber zurück zur Geschichte …

Angekommen. Mit 17 von Rumänien nach Österreich. Der Kopf sagte, studiere was Handfestes, studiere Sprachen. Der Bauch war immer bei der Malerei. Und irgendwann war der Hunger danach zu groß. Die Neugier größer als die Angst. Die Entscheidung, in Geras bei Christian Ludwig Attersee zu lernen. „Ich hab meinen Maestro gefunden. Bei Christian zu lernen war ein Geschenk. Ein guter Lehrer unterstützt einen genau dort, wo man ist – nicht wo er ist.“

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Alle 3 von ihr gemalt.

Crenguta ist ihrer Linie treu. Ein Bild beginnt sie oft mit geschlossenen Augen. Ein Pinselstrich, der bleibt. Bis eine Form entsteht, die sie anmacht. Organisch. Intensiv. Viele ihrer Bilder auf vielen Ebenen lesbar. In ihrem kleinen Atelier im Dachgeschoss – „ein heiliger Ort“ –  gibt’s weder Wasser noch Heizung. Dafür Fresken aus dem 17. Jahrhundert und jede Menge Patina. Und da merkt man, dass dafür ihr Herz schlägt. Orte und Dinge mit Geschichte. So wie damals in Venedig in der Bottega del Tintoretto. „Da entstehen solche Blasen an Kreativität, alleine in dem du dort sitzt und schaust“. Italien generell das Sehnsuchtsland. Da schlägt das Herz der Südländerin noch schneller. „Irgendwann werde ich dort wieder für eine Zeit sein“, sagt die studierte Romanistin.

Ich kann’s verstehen. Und ich hab da so eine Theorie. Dass italophile Menschen irgendwas verbindet (gilt übrigens auch für vinophile). Aber ich schweif schon wieder ab. Also stopp. Jetzt geht’s nämlich die Treppen rauf ins Atelier. Und schätzt euch glücklich. Denn Crenguta hat Besuch hier nicht so gerne. Dabei gibt es auf diesen zehn Quadratmetern tausend Sachen zu entdecken.

 

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Neugierig geworden? Crenguta stellt vereinzelt immer wieder aus. Falls ihr gerade in Rom seid – bis 15. April ist sie dort bei einer Gruppenausstellung in der Galleria Domus Romana. Beim Projekt Colours of Europe ist sie auch dabei – aktuell in Kapfenberg. Und am 30. April startet eine weitere Gruppenausstellung in Barcelona –in der Galleria d’Arte erspai ku.

Oder ihr vernetzt euch via Facebook. Oder ihr läuft einander in der Kunsthalle Krems  über den Weg. Dort führt sie regelmäßig durch Ausstellungen und macht Kunstvermittlung für Kinder.

Vielseitig, die Frau! Ich bin schon gespannt, was als nächstes kommt.
Danke für den tollen Nachmittag im Fellnerhof!

 

 

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So schön sinnlich in Schönberg.

Zu Besuch bei der Künstlerin Ingrid Brandstetter.

„Kill your Darling. Manchmal lohnt es sich, Dinge zu zerstören.“ Und das aus diesem Mund. Ingrid Brandstetter passt auf den ersten Blick so gar nicht zu der Aussage. Oder vielleicht gerade deswegen.

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Ich hab die Malerin in ihrem Atelier in Schönberg besucht. Weil ich über eines ihrer Bilder  gestolpert bin. Hängengeblieben. So ein Moment, wenn man ein Bild sieht und im Kopf sofort eine Geschichte entsteht.

Bei Ingrid Brandstetter sind das meistens sehr sinnliche Geschichten. Im Fokus oft schöne Frauen. „Männer verkaufen sich nicht“. Was sie aber nicht hindert, auch immer wieder welche zu malen. Die Frauen auf ihren Bildern – starke Charaktere. „Hübsch ist viel zu wenig“. Ihre Figuren müssen leben, Geschichten erzählen. „Ich arbeite oft sehr lange an einem Bild. Bis zu dem einen Moment, in dem ich in mein Atelier gehe – sie schaut mich an und erzählt mir etwas, die Frau auf dem Bild. Dann weiß ich, dass es fertig ist.“

Die Malerei begleitet Ingrid Brandstetter ihr Leben lang. Ausbildung an der Akademie. Meisterklasse für Malerei und Grafik. „Als ich jung war, habe ich vor allem alte Gesichter gemalt. Heute faszinieren mich junge Menschen. Weil in ihren Gesichtern so viel Hoffnung und Lebenslust schwingt. Ich sehe sie überhaupt sehr positiv, die Jugend von heute“. Schön, eine Aussage die man nicht so oft hört. Ein Optimismus, der von den Bildern strahlt.

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Gerade arbeitet Ingrid Brandstetter an einer neuen Serie. Den „Zwischenwelten“. Menschen, die sich in Phasen des Umbruchs befinden. Vielleicht weil sie Emigranten sind, zwischen oder mit verschiedenen Kulturen leben. So wie die junge Frau in dem blauen Pulli. Just arrived.

Wie kommt’s zu den Gesichtern? Wer ist das auf den Bildern? „Ich suche mir nie einen konkreten Menschen aus, den ich male. Es sind mehr Details verschiedener Personen, die mich faszinieren, die ich aus irgendeinem Grund anziehend finde“. Erotik schwingt in ihren Arbeiten oft mit. „Ich peile sie nicht an, aber sie ist dann oft da“. Eine Art von Erotik, die nichts mit dem Zeigen zu tun hat. Eher mit dem Blick. Ganz viel mit der Person, die sie malt. Ingrid Brandstetter bannt sinnliche Momente auf Leinwand, in Form von außergewöhnlichen (Frauen-)Portraits. Würde sie das nicht tun, dann hätte sie sich statt dem Atelier vielleicht das Wirtshaus ausgesucht. „Meine Großmutter war Wirtin … ich glaube, ich wäre auch eine gute geworden. Aber das Leben hat es anders gewollt“.

Mehr über Ingrid Branstetter gibt es hier oder in der Galerie Kovacek & Zetter in 1010 Wien.

Bevor es retour geht, hier noch zwei schöne Schönberg-Tipps:

Der Kalvarienberg, auf den mittlerweile drei Kreuzwege führen. Zwei historische. Ingrid Brandstetter arbeitet mit daran, einen dritten zeitgenössischen weiterzuführen. Sandstein-Skulpturen aus der Barockzeit neben Beton von heute – bald mit einem Werk des Kremser Künstlers Günter Wolfsberger.

Und natürlich das Kulturzentrum Alte Schmiede. Gerade frisch aus der Winterpause! Vinothek inklusive.

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Strich, Punkt, Interview.

Stell dir vor, eine stellt Fragen, und der andere zeichnet. Heute gibt’s ein Interview mit Clemens Denk, Künstler und Musiker. Mit Krems verbindet ihn nicht nur Ort & Stempel  in der Geburtsurkunde, sondern auch seine Schulzeit.

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Ich kenn den Clemens aus einer anderen Ecke, gehört zur an-verbandelten Verwandtschaft. Und wenn mich wer fragt, was er so macht, dann muss ich ausholen. Weil er sich in kein Kastel stecken lässt. Weil er Musik und Malerei macht. Weil er Lieder schreibt, Schlagzeug spielt. Weil er mit Pinsel und Stift arbeitet. Weil er zu einer Gruppe an jungen Künstlern und Künstlerinnen gehört, die Wien abseits des Mainstreams ihren Stempel aufdrücken.

Aber nun los. Munter hinein ins lustige Frage-Antwort-Spiel.  Freut euch auf diese Cartoons rund um die Themen Kunst + Krems.

Wie schaut das ideale Würstel zum Kremser Senf aus?

Wie schaut das ideale Würstel zum Kremser Senf aus

Wie wichtig ist Langeweile?

Wie wichtig ist Langeweile

Was kann ein Song besser als ein Bild?

Was kann ein Song besser als ein Bild

Und umgekehrt? Was kann ein Bild besser als ein Song?

Und umgekehrt

Zeichnest du eine Krems-Postkarte?
Zeichnest du uns eine Krems-Postkarte

Worin liegt der Unterschied zwischen Kunst und Deko?

Worin liegt der Unterschied zwischen Kunst und Deko

Clemens‘ aktuelle Ausstellung läuft noch bis 16. Oktober im KLUCKYLAND in Wien.
Ihr solltet euch Clemens Denk auch anhören. Weil er mit seinen Liedern ein Liedermacher der anderen Art ist. Weil er in seine Texte genauso viel Ironie packt wie in seine Bilder. Weil die Mitte da drüben ist.
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Danke, Clemens!