Urlaubsgefühle auf Bestellung

Service- und Grillmeister: Die Rollen der Brüder Theodoros (links) und Vaios Liakopoulos sind gut verteilt.

Theodoros Liakopoulos hat das Ja Mas neu übernommen

Das Wichtigste ist Béchamel. Wenn die Soße selbstgemacht und frisch ist, gelingt Moussaka. Das Gericht ist eines der beliebtesten im griechischen Lokal in der Schlüsselamtsgasse. Im Sommer 2020 hat Theodoros Liakopoulos das Ja Mas – der Grieche übernommen.

Eigentlich müsste es „die Griechen“ heißen. Denn am Herd steht sein Bruder Vaios, die beiden Gattinnen machen das Service komplett. Ein richtiger Familienbetrieb und das erste eigene Lokal von Theodoros Liakopoulos.

Das Wichtigste bei Moussaka ist die Béchamelsauce.

Ein Lokal – eine Familie. Willkommen bei den Liakopoulus‘!

Griechenland to go

Alle freuen sie sich darauf, wenn sie Lokal und Gastgarten wieder für Gäste öffnen dürfen. In der Zwischenzeit bietet das Ja Mas Abhol- und Lieferservice. Die komplette Speisekarte kann rauf und runter bestellt werden. „Wir haben viele traditionelle griechische Gerichte neu auf die Karte gesetzt. Zum Beispiel das Rindsragout, den Spinatstrudel oder Pastitsio. Das ist ein Nudelauflauf mit Faschiertem“, erzählen Theodoros und Vaios Liakopoulos.

Geliefert wird in und um Krems. Meistens überraschen die Brüder ihre Gäste mit einer süßen Draufgabe. Zum Beispiel mit einem Stück Grießkuchen mit Zimt, der rundet die kulinarische Reise ab.

Gyros vom Grill

Die Brüder Liakopoulos stammen aus Larisa am griechischen Festland. An ihrer Küche schätzen sie die Gewürze besonders. Und die herzhaften Fleischgerichte: Gyros wird am großen Spieß vor Feuer knusprig gebraten, bevor es behutsam in feine Streifen gesäbelt wird. Der Duft erinnert an den letzten Griechenlandurlaub. An Sonne, Meer, ein Stück Freiheit. Fehlt nur noch ein Ouzo. Im Ja Mas gibt es mehrere zur Auswahl. Das gilt auch für die griechischen Biere und Weine, die man seiner Bestellung flaschenweise hinzufügen kann.

Alle Zutaten für einen gelungenen griechischen Abend zuhause. So schmeckt Urlaub mitten in Krems.

Gyros wird bei uns in hauchdünnen Scheiben serviert.

Vaios Liakopoulos

ja mas – der Grieche
Schlüsselamtsgasse 6
3500 Krems an der Donau

täglich 11:30 bis 22:00 Uhr

Text & Fotos: Pamela Schmatz

Karotten und eine Portion Souveränität.

Wie funktioniert eine Foodkoop?
Gut! Zeigt ein Besuch bei Krekoodel.

EHRENAMT, ENGAGEMENT UND AUSSERGEWÖHNLICHE INITIATIVEN.
DIE LUST AUF KREMS-SERIE 2020.

Es sind nur ein paar Schritte vom Kremser Pfarrplatz in eine ziemlich andere Welt. In drei Räumen der Pfarre hat die Foodcoop Krekoodel Quartier bezogen. Wer hier einkauft, will mehr als regionale Karotten und Bio-Brot. Die rund 40 Mitglieder des Vereins verbindet eine gemeinsame Haltung: Lebensmittel sind keine Ware, sondern ein Grundrecht jedes Menschen.

„Da darf es uns nicht egal sein, dass für unsere Billiglebensmittel im Supermarktregal der Erntehelfer die Zeche zahlt. Auch der muss von seiner Arbeit leben können“,

Madlene Hochleitner, Obfrau von Krekoodel

Hinter dem Begriff Krekoodel steckt übrigens der offizielle Vereinsname „Kremser Kooperative für dezentrale Lebensmittelversorgung“.

Wochenmarkt statt Weltmarkt, ein Motto von Obrfrau Madlene Hochleitner.

Vorratskammer für regionale Lebensmittel

Krekoodel arbeitet daran mit, Menschen ihre Souveränität beim Essen wiederzugeben – um nicht davon abhängig zu sein, was Lebensmittel-Ketten anbieten. Die Foodcoop schafft Raum für Selbstbestimmung: Die Mitglieder suchen gemeinsam die Bauern aus, bei denen sie jede Woche einkaufen können. Immer freitags holt man sich dann im Vereinslokal seine Lebensmittel ab, die man davor online bestellt hat. „Eigentlich sind wir eine Vorratskammer. Mehr als zwanzig Bauern liefern zu uns – das spart jedem/r Einzelnen die Fahrten zu den verschiedenen Höfen“, erklärt Madlene Hochleitner die Vorteile des gemeinsamen Einkaufens.

Herbert Blaich liefert seine Öle persönlich in die Foodcoop.

Jeder trägt einen Teil bei

Klar ist: Nur Konsumieren ist zu wenig. Wenn man die Vorteile nützen möchte, ist Engagement gefragt. „Das muss nicht viel sein, jeder nach seinen Möglichkeiten. Gemeinsam schaffen wir das jede Woche. Und das ist ein gutes Gefühl, dass man diesen Teil seines Lebens selbst organisieren kann.“

Mehr Infos auf www.krekoodel.at,
Pfarrplatz 5, Krems an der Donau, E-Mail: info@krekoodel.at

Aller guten Dinge: EL TRÈS!

Krems ist ein Lokal reicher! Auf der Karte des EL TRÈS stehen Tapas, Wein und Kultur.

Der Marmor ist derselbe. Bis in die Neunziger stapelten sich auf ihm Torten, Beugel, Strudel. Seit November wandern Sardinen, Salami und spanische Weine drüber. Das EL TRÈS hat in der Spänglergasse 3 in der Kremser Innenstadt aufgemacht. Dort, wo früher die Konditorei Weiß war. „Mein Großvater hat sie in den Zwanzigern gegründet. Jetzt schließt sich der kulinarische Kreis“, erzählt der Besitzer Robert Supper. Gemeinsam mit Elena Holgado Péres steht er hinter dem kleinen Lokal mit großem Anspruch. Ein Ort fürs gemütliche Aufeinander-Treffen soll es sein.

Für eine Gesellschaft ist es wichtig, dass es Orte gibt, wo Menschen in Ruhe zusammenkommen können.

sagen Elena und Robert.

Deshalb gibt es nicht nur das verbindende Achtel Wein. Sondern auch Kulturprogramm. Die große Wand im Lokal wollen Elena und Robert jungen Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung stellen. Als kleine Ausstellungsfläche, Starthilfe. Jeden Donnerstag ist Salsa-Abend. Doppelt beschwingt.

Knacken wir eine Konserve?

Ein guter Gratmesser für die Stimmung in einem Lokal ist die kleine Schüssel Knabbereien, die automatisch zum Achtel Wein auf den Tresen gestellt wird. Das ist mehr als Salz und Fett. Sondern eine Einladung, es sich doch gemütlich zu machen. Klar, dass Elena das im EL TRÈS auch zelebriert. Die sympathische Spanierin hat aber kulinarisch noch viel mehr im Gepäck für ihre Gäste.

In Spanien haben Konserven eine große Tradition. Das möchte ich auch in Krems leben.

Elena

Ein Tipp lautet also, sich eine der bunten Konserven im Regal auszusuchen. Elena knackt dann die Dose und serviert sie mit Baguette oder Chips. Sardinen, Anchovis, Oktopus. Für Fortgeschrittene dürfen es auch die Herzmuscheln sein „Aber vielleicht sind die für euch zu much“, lächelt die Spanierin. Alle gemeinsam haben sie, dass sie aus kleinen spanischen Manufakturen kommen. So wie eigentlich alle Produkte hier. Der Käse kommt aus Toledo – „aus dem Dorf meiner Mutter“ – die Salami aus Salamanca.

Die hübschen Pakete kann man auch nachhause mitnehmen. Das gilt auch für die anderen Delikatessen im Regal.

Unter der Oberfläche

Wenn man wissen will, was drunter ist, fragt man Robert. Der Geophysiker kennt das Haus, dessen Basis aus dem 15. Jahrhundert ist, wie seine Westentasche. Dort, wo heute die spanischen Weine lagern, überwinterten früher die rohen Eier für die Konditorei in großen Stein-Bottichen. Geht man noch einen Schritt weiter, müsste man zwischen Kristallin (der ehemaligen Böhmischen Masse) und Donauschotter landen. „Irgendwo hier verläuft die Grenze, wo diese beiden Gesteinsschichten in Krems aufeinander treffen“, erzählt Robert. Auch sonst lässt sich viel Krems-Geschichte in der Geschichte des Hauses lesen. Zum Beispiel, dass die Spänglergasse früher viel schmäler war, weil die Räume des Hauses breiter waren.

Eine Original Tortenschachtel aus der Konditorei von Anton Weiß, Roberts Großvater.

Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass das hier ein ganz besonderes Platzerl ist. Das liegt vor allem an den zwei Gastgebern, die auf ein offenes Lokal-Konzept setzen. „Jetzt setze ich das um, was ich schon lange will“, sagt Elena, die früher hinter dem Gozzo in der Landstraße stand. „Es ist ein Prozess bis man genau das findet, was zu einem passt.“

Macht kurzen Prozess: Probiert die Tapas rauf und runter. Nein, es gibt sonst nix Warmes zu essen. Und macht euch eine schöne Zeit im EL TRÈS.
Es hat Donnerstag und Freitag von 11.30 bis 14.30 und 16.30 bis 22 Uhr geöffnet, samstags von 11.30 bis 22 Uhr (Stand Jänner 2020). Spängleragsse 3, 3500 Krems/Donau