Was Jean und Tina verbindet.

Die Stadtbücherei oder Schau, was vor deiner Nase liegt!

Jean liegt neben Tina. Und das auf dem Tresen der Kremser Stadtbücherei. Ob ein und derselbe Leser sie ausgeborgt hat? Warum nicht. Nach einem Kapitel Jean Ziegler tut vielleicht eine Seite TINA gut. Umgekehrt umso mehr.

Es leben die Kontraste. Und auf die will ich euch in dieser Geschichte Lust machen. Die Kremser Stadtbücherei ist voll davon. Sie liegt im Herzen von Krems am Körnermarkt, direkt vor unserer Nase. Und vielleicht geht’s euch so wie mir – dass ihr bis jetzt einfach immer vorbeigegangen seid. Die alten verwinkelten Treppen noch nicht hinaufgestiegen seid. Die Wandmalereien noch nie gesehen und Frau Reischl noch nicht kennengelernt habt. Niemand kennt die Bücherei besser. 40 Jahre im Dienst der Bücher sprechen für sich: „Mir konnte nichts Besseres passieren“.  Nach Dienstschluss hat die Leiterin Christiana Reischl übrigens noch immer nicht die Nase voll von Büchern. Sondern steckt ihre jeden Abend noch in ein anderes: „Kein Tag ohne Buch – in der Arbeit komm‘ ich ja nicht zum Lesen. Das wäre zu schön“, lacht sie.

IMG_1421

Wo waren wir? Ach ja, ich wollte euch von den Kontrasten erzählen. Numero uno:

JUNG + ÄLTER

Die Bücherei bietet für alle etwas. Egal, ob man im Brei-Alter ist oder diesen für seine Kinder püriert  – für jedes Alter und jede Lebenslage gibt’s den passenden Lesestoff. Für die Kleinen dann eine ganz große Ecke. Da kann man sich’s gemütlich machen. Auf den roten Stufen oder vor den Computern zum DVD schauen. Schlechtwetter-Programm. Ein Ort zum Runterkommen. Zum Schauen und Entdecken. Plus: Für Schulkinder von der 1. bis zur 9. Schulstufe gibt’s jetzt eine ganz besondere Aktion von der Stadt: Nämlich 3 Monate gratis lesen. Ladet euch einfach den Gutschein herunter und los geht’s!

IMG_1489

ALT + NEU

Die Bücherei liegt an einem geschichtsträchtigen Ort – im ehemaligen Dominikanerkloster. Dort, wo die Mönche früher Schriften per Hand „kopierten“ und sortierten, begrüßen einen heute das Bibliotheks-Team und der Buch-Scanner. Es geht also noch immer um Texte. Mit dem wesentlichen Unterschied, dass heute hier jeder – auch barrierefrei via Glaslift –  an das Wissen kommt. Und das praktisch kostenlos – beim Stöbern und Lesen direkt in der Bibliothek. Oder zu einem sehr günstigen Preis, wenn man sich die Medien mit nachhause nehmen will.

Jahresgebühr mit unbegrenzten Entlehnungen aller Medien – sprich das Supa-Dupa-Paket – um 45 Euro für Erwachsene. 22 Euro für Schüler.

IMG_1504

FÜRS AUGE + FÜRS OHR + FÜR ALLES

36.800 – so viele Bücher, DVDs, Hörbücher und Zeitschriften gibt’s in der Bücherei. Klar, im Netz warten noch viel mehr – ständig verfügbar, nur einen Download-Klick entfernt. Aber es hat eine eigene Qualität, in die Bücherei zu kommen. Bücher angreifen, DVDs durchschauen. Sich beraten lassen. Da entdeckt man ganz andere Sachen als in iTunes, Amazon & Co. Und das fühlt sich gut an, das macht Lust, sich an den kommenden Herbsttagen aufs Sofa zu legen und zu lesen. Oder neue Filme zu entdecken – das, was nämlich im Kremser Kino im Kesselhaus gespielt wird, landet bald danach auch in der Bibliothek. Gut zu wissen. Patschenkino zum Mitnehmen. Film ab!

Zum Schluss noch ein Veranstaltungstipp: Am 21. Oktober gibt’s im Rahmen des Literaturfestivals „Österreich liest“ das große WeinLesen – inklusive Verkostung! Ab 19 Uhr, Details hier.

Stadtbücherei & Mediathek Krems, Am Körnermarkt 14, 3500 Krems
Tel. 02732/801-382, E-Mail: buecherei@krems.gv.at

Montag 09:00-18:00 Uhr 
Dienstag 14:00-18:00 Uhr
Mittwoch 09:00-18:00 Uhr
Donnerstag 14:00-18:00 Uhr
Freitag 09:00-18:00 Uhr

 

Versteckt. Entdeckt!

Mit dem neuen Stadtbegleiter auf Entdeckungstour durch Krems.

Bis dato waren die Kids auf diesem Blog stark unterrepräsentiert. Jetzt gibt’s vom KREMS TOURISMUS – brandneu und druckfrisch – einen Stadtbegleiter für Kinder, Jugendliche und Familien. Entdecken wir Krems mit Kinderaugen & Kinderwagen! Die Stadt-Gans Gertrud begleitet uns dabei  – also schnell, solange sie sich noch bester Gesundheit erfreut. Schließlich kommt Martini schneller als ihr denkt …

Der neue Stadtbegleiter ist randvoll mit Geschichten, Rätseln und Aufgaben. Eine spannende History-Tour durch Krems auf satten 60 Seiten. Wir haben uns ein paar Rosinen rausgepickt. Die Crew alias Felix, Hannah, Jonas, Paul, Stephanie und Theo steht bereit. Kurze Standort-Klärung, los geht’s!

Das museumkrems und die Dominikanerkirche sind mitten in der Stadt – und für Kinder und Erwachsene ein guter Platz um so einiges zu entdecken. Hier trifft sich Geschichte mit Moderne. Hier gibt’s viele Aufgaben zu lösen. Zum Beispiel: Die Kirche abmessen mit eigenen Schritten. Haben wir gemacht – und dabei ziemlich oft gelacht …

Weiter rein in die Altstadt oder doch Richtung Steinertor? Wir entscheiden uns für die Stufen-Challenge. Vom Pfarrplatz rauf zur Piaristenkirche gibt’s nämlich ganze vier Möglichkeiten den Berg zu erklimmen. Überdacht oder Freiluft. Rechts oder links abzweigen. Und wer hat jetzt die meisten Stufen gezählt?

Oben wartet übrigens ein toller Blick über die Dächer von Krems. Beeindruckende Aussicht. Einzigartiger Selfie-Hintergrund.

IMG_0855

Die Mehrheit der Crew entscheidet: Es ist Zeit für Eis. Und das Eisgeschäft beim Steiner Tor ist aus mehrerlei Hinsicht interessant. Nicht nur in Sachen Vanille, Erdbeere, Pistazie. Hier befinden sich auch viele Häuser mit Geschichte, manche mit Gruselfaktor. Habt ihr schon vom Reckturm des Scharfrichters gehört? Gleich neben dem Eis die ehemalige Hufschmiede. Aber nicht nur das. „Ohne Kremser kein Kino!“ lesen wir. Hier lebte auch Josef Maria Eder, ein Wegbereiter der modernen Farbfotografie und des Films.  Der Fotochemiker experimentierte hier im „Höckerhaus“ … und nicht zuletzt kann die Ecke auch als Spielplatz umfunktioniert werden …

… plus ist das Steinertor auch der Platz, an dem der Kremser Bummelzug jede Stunde um ’10 und ’50 Halt macht. Ja, normalerweise verdreht man jetzt die Augen … aber nach dieser Stadt-Entdeckungstour ist vielleicht eine kleine Auszeit auf 12 Rädern das Richtige.

Das Schöne an Krems: Es gibt immer was zu entdecken. In jedem Alter. In jeder Straße. Den einen Stein, der so ganz anders aussieht als die anderen. Das Rauschen unter dem Kanaldeckel. Die Eissorte, die’s nur hier in Krems gibt.

Bleibt nur noch: Danke an die Crew. Danke an die Stadt. We love you, SMERK!

IMG_0804

Den Stadtbegleiter könnt ihr um € 3,50 beim KREMS TOURISMUS in der Utzstraße 1 mitnehmen. Ganz viele Tipps, Prospekte und Hefte über die Stadt und die Gegend gibt’s kostenlos. Öffnungszeiten wie folgt:

Sommersaison
Anfang April bis Mitte Oktober 2015
Mo – Fr      9.00 bis 18.00 Uhr
Di             14.00 bis 18.00 Uhr
Sa            11.00 bis 18.00 Uhr
So            11.00 bis 16.00 Uhr

Wintersaison
Mitte Oktober 2015 – Mitte April 2016
Mo – Fr 9:00 – 17.00 Uhr

Zwei, die was bewegen.

In Krems passiert viel in Sachen Kultur. Jo Aichinger ist ein Grund dafür.
Krems könnte noch mehr. Willi Lehner vernetzt Kultur im Waldviertel.

Heute probiere ich einmal etwas Neues. Ich packe zwei Geschichten in eine. Ein gebloggter Doppel-Whopper. Ich hab nämlich vor einiger Zeit zwei sehr interessante Gespräche mit zwei sehr interessanten Menschen geführt. Die Verbindung: An keinem der beiden kommt man vorbei, wenn man sich mit Kultur im Raum Krems beschäftigt.

Also wie gemma’s an? Ich erzähl euch einfach was über den einen. Und dann über den anderen. Und weil A vor L kommt, fang ich mit Jo Aichinger an. Das ist der Mann, der Glatt & Verkehrt entwickelt hat und leitet. Der, der das Osterfestival  IMAGO DEI macht. Der, der den Klangraum Krems bespielt. Der, der die Artists in Residence im Bereich Musik aussucht. Muss ich noch mehr sagen?

Jo Aichinger wohnt gerne in Krems. Und das sagt er auch. „Ich mag die Kleinheit. Man geht aus dem Haus und ist draußen in der Natur. Gleich in der Wachau. Bei den Heurigen. Vieles lernt man aber nur kennen, wenn man auch hier wohnt.“ Etliche, die in der Branche arbeiten, pendeln nach Krems. Und kriegen das nicht mit. Das erste seiner Großprojekte, Glatt & Verkehrt, ist genau mit diesem Bezug entstanden. „Die Heurigenkultur ist hier ja sehr wichtig. Die Volksmusik ein wesentliches Element, das die Gegend ausmacht. Deshalb ist Glatt& Verkehrt bei den Winzer Krems angesiedelt, dieser Ort verbindet das“.

Das Osterfestival IMAGO DEI ist auch in einem ganz besonderen Raum angesiedelt. Vielleicht ist das etwas, das Jo Aichingers Arbeit begleitet. Besondere Räume. IMAGO DEI findet in der Minoritenkirche in Stein statt (gerade jetzt übrigens – noch bis 6. April!). Und die Minoritenkirche in Stein ist keine normale Kirche. Abgesehen davon, dass sie schon seit 1796 säkularisiert ist. Die Kirche hat nämlich 150 ganz besondere Zentimeter. Um diese ist das Hauptschiff vom Altar versetzt. Deshalb bricht der Klang. Und es gibt kein „Flattern“, wie in vielen anderen Kirchen. Ein geradliniges Echo. Plus der flexible Raum, der auch zulässt, dass sich die Grenzen zwischen Performer und Publikum aufheben. „Man kann den Raum richtig als Instrument nutzen“. Deshalb lädt Jo Aichinger auch immer wieder Künstler_innen ein, etwas speziell für die Kirche zu entwickeln. Heuer den Schweizer Klangkünstler Zimoun.

Ich frage Jo Aichinger, wo er denn die Musiker ausgräbt, die dann nach Krems kommen. Wie er seine Programme zusammenstellt. Und da lerne ich wieder was: Aha, es gibt eigene Band-Messen. Zum Beispiel die Weltmusik-Expo. Da findet man viel. „Obwohl Messen den Nachteil haben, dass das schon wieder eine Art Mainstream ist“. Und Mainstream, den macht Jo Aichinger nicht.

    Erleuchtung. Passt irgendwie zu IMAGO DEI. Und seinem Gründer Jo Aichinger.
Erleuchtung. Passt irgendwie zu IMAGO DEI. Und seinem Gründer Jo Aichinger.

 

Zufällig wer dabei, der einen Kulturverein gründen will?
Dann kommt ihr an Willi Lehner nicht vorbei. Kapitel Zwei.

Willi Lehner ist bei der Kulturvernetzung NÖ – und zuständig für das Waldviertel, also auch für Krems. Ja, geht sich haarscharf aus.

Willi Lehner ist also euer Mann, wenn ihr selbst etwas mit Kultur machen wollt. Künstler_in seid. Einen Verein gründen wollt. Ein Kulturprojekt auf die Beine stellt. Also, alle diese Dinge, die so wichtig sind für eine Gegend, wie ich finde. Wichtig, auch für Krems. Und da könnte sich noch mehr tun, sagt Willi Lehner.

IMG_8763OK
Wenn Willi Lehner nach Krems kommt, hat er Tipps im Gepäck.

Aber es gibt sie, die Adressen abseits der Big Player wie Kunsthalle, Karikaturmuseum & Co. Da wäre zum Beispiel die Galerie Daliko in der Bahnhofstraße. Ein Tipp von Willi Lehner. Den habe ich nämlich auch gefragt, wo er denn in Krems hingehen würde. Und da war die Galerie Daliko dabei – die wird von Dalia Blauensteiner  und Heinz Körner betrieben. Sie Malerin. Er Bildhauer. Zusammen holen sie immer wieder internationale Künster_innen nach Krems. Schwerpunkt Osteuropa. Ich war auf Blitzvisite dort für den nächsten LUST AUF KREMS-Guide. Und habe dort gleich etwas entdeckt, was mir gefällt. Nur so nebenbei.

Galerie Daliko | www-lustaufkrems.com

Willi Lehner hat auch That’s Jazz gesagt. Das ist ein Verein, der zeitgenössischen anspruchsvollen Jazz nach Krems bringt – und immer wieder Konzerte im Salzstadl gibt. Gut, kommt auch auf meine Liste der Da-muss-ich-unbedingt-mal-hinschauen-Adressen.

Und unter Willi Lehners Top 3 schafft’s auch das Haus der Regionen. Weil die dort in Sachen Volkskultur immer wieder spannende Veranstaltungen auf die Beine stellen.

Ich bedanke mich für die Tipps. Die tollen Gespräche. Meine Herren, es hat mich sehr gefreut.
Schön, dass ihr etwas bewegt. Für Krems. Im Waldviertel.