Kein Schampus am Campus

Wir haben uns durchgekostet für euch. Espresso von der Cimbali. Verlängert aus dem Thermobehälter. Tannenwipfelsaft mit Kronenkorken. Wo ihr am Campus was trinken könnt, lest ihr hier. Keine Angst: Essen gibt’s auch.

Heute müssen echte Campusianer ran. Deshalb hab ich an die Tür der IMC FH Krems geklopft. Mir zwei Studentinnen ausgeborgt. Zwei sehr nette: Stefanie Hofer studiert Marketing und Sales. Margret Zinnegger Biotechnologie. Zusammen sind wir losgezogen fürs Best of Campus. Drei Top-Tipps. Natürlich streng subjektiv.

Kommt schon, dreht mit uns eine Runde!

1) Cimbalino. Mehr als ein Schluck Italien.

Das Cimbalino ist ganz hinten am Campus West versteckt. Seit unserem Test ist auch Studentin Stefanie überzeugt – „echt der beste Kaffee hier“ – und mit einem Kaffeepass ausgestattet. Wenn der voll ist, bekommt man nämlich zum Gratis-Kaffee auch ein Croissant dazu. Warum das Cimbalino so nett ist? Weil’s dort einfach guten Caffè gibt. Auf Wunsch mit toller Crema. Schmeckt nach Italien. Nach Kurzurlaub. Nach mehr. Espresso kostet übrigens € 2. Cappuccino € 2,80.

Gebrüht wird der Kaffee auf einer echten „Cimbali“, der Kaffeemaschine mit den italienischen Kurven. Geröstet wird er von Betreiber Felix Teiretzbacher selbst. Aber das ist eine andere Geschichte. Die erzähle ich euch sicher bald. Nur noch so viel, dass man den Kaffee auch mitnehmen kann. In Bohnen- oder Pulver-Form. Gut zu wissen.

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Felix Teiretzbacher – Betreiber des Cimbalino, Kaffeeröster, Tausendsassa.

Felix-Kaffee ist bei Weitem nicht das einzige Getränk im Cimbalino. Hier gibt’s auch Wein. Seit kurzem ein feines Sortiment an Craft Beer. Oder exotische Limonaden aus vielen Ecken dieser Erde. Wir haben eine getestet. Sie hört auf den Namen „WOSTOK“ und macht auf Ostblock-Charme. „Schmeckt wie ein Erkältungsbad, nur besser“, so die fachmännische Erklärung. Nett – auch das Etikett.

Der Mensch, äh Student, lebt aber nicht von Flüssigem allein. Dehalb können wir auch getrost das Süßzeug von Felix empfehlen. Also Banana Loaf, Brownies, Cheesecake und all die anderen Zucker-Butter-Fabrikate. Die Rezepte dafür werden ausländischen Freunden abgeluchst oder aus internationalen Kochbüchern adaptiert. Für davor oder danach gibt’s Panini, Tramezzini, Toast. Plus täglich eine Suppe oder einen Eintopf aus dem MOYOme. Schön, wenn der Campus ein bissl nach großer weiter Welt schmeckt!

2) Kolpinghaus. All you can breakfast. Oder: Nutellabrot wie damals.

Manchmal dauern Nächte länger. Dann darf das Frühstück  üppiger sein. Und da kommt das Buffet im Kolpinghaus nicht ungelegen. Um € 5 kann man da nämlich so viel essen und trinken wie man will. Gut, die Auswahl ist nicht sooooo groß. Aber immerhin drei Sorten Wurst, Käse, Müsli, Joghurt. Ein bissl Grünzeug. Dann alles Mögliche in handlichen Tegerln – von der Becel bis zum Nutella. Hat ein bissl was von Kärnten im 2-Sterne-Plus-Hotel. Nachschub gibt’s bis 9 Uhr ohne Ende. Also ja, früh aufstehen – oder spät schlafengehen.

Der Kaffee ist nicht Gourmet. Aber OK. Da lassen wir uns aus dem charmanten Thermobehälter noch gleich einen zweiten runter. Glas Orangensaft dazu?

An sonnigen Tagen kann man auf der Terrasse frühstücken – und den Stand der Großbaustelle vor dem Kolpinghaus live verfolgen. Nein, nicht die Haftanstalt Stein wird erweitert. Auch auf die kann man einen Blick werfen. Sondern der Campus selbst – Stichwort Meduni. Sonst wird drinnen gegessen im hellen Frühstücksraum. Das Publikum – eher Business als Student. Mehr Anzüge als Sneaker. Die Chance, dass man mit seinen Profs ins Plaudern kommt. Na dann Mahlzeit, Herr Professor!

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Frühstücksprofi Almedina Fejzic betreut schon seit 6 Jahren das morgendliche Treiben im Kolpinghaus.

 

3) Mensa. Oder: Kein Studium ohne Selbstbedienung.

Selbst ist die Studentin. Und der Student. Deshalb schnappen wir uns zum Schluss noch ein Tablett und testen die zwei Mensa-Menüs. In dem Fall Hendl mit Spargelsauce und Erdäpfeln. Palatschinken mit Nussfülle und Vanillesauce. Beides sehr ok – vor allem zum Preis von € 5,20 bzw. € 4,60. Und da ist noch Suppe, ein Getränk und im ersten Fall ein Salat dabei.

In der Mensa gibt’s viel Platz auf zwei Ebenen – und damit die Chance sich zu beliebig großen Gruppen zusammenzurotten. Verrotten, das tun in der Mensa übrigens nur ökologisch abbaubare Servietten. Ein kleiner Baustein in Sachen Umweltfreundlichkeit. Die Mensa hat seit kurzer Zeit schließlich das „Österreichische Umweltzeichen“. Spaghetti-Teller mit gutem Gewissen. Gut so!

Herr der Mensa ist Reinhard Gassner. Er sorgt dafür, dass an guten Tagen rund 350 Essen in kurzer Zeit rausgehen – von  11 bis 14 Uhr. In dieser Zeit hat die Mensa Montag bis Freitag offen.

Das Küchenkonzept ist regional + bodenständig. Menü 2 oft ein klassischer Schweins- oder Rinderbraten. Menü 1 dann meistens vegetarisch. Salatbuffet gibt’s auch. Pasta sowieso. Fazit: Viele Möglichkeiten, um (studentischen) Hunger um kleines Geld zu stillen. Ok!

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Reinhard Gassner. Herr der Mensa. Herr über 350 Essen pro Tag.

Eine runde Runde? Wir finden schon. Es gibt natürlich noch viel mehr. Nicht nur kulinarisch. Vielleicht schmeißen wir uns jetzt einfach ins Kino im Kesselhaus zum Verdauen. Oder auf ein Bankerl, hoffentlich in die Sonne.

Macht es gut, habt es schön. Am Campus. In Krems.

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Danke Margret! Danke, Stefanie!

 

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Das Kopfstein-Pflaster der Frau Topf

Begleitet sie mit mir ein Stück: Krems‘ einzige weibliche Straßenkehrerin.
Es gibt was zu entdecken!

Um dreiviertel 5 Uhr läutet der Wecker. Um 6 startet sie, 6 mal die Woche: Gerti Topf pflegt ihr „Revier“ mit Besen, Schaufel und Zwicker. Befreit die Straße von Bierdosen, Glasscherben, Zigarettenstummeln und vielen anderen Sachen, die da nicht hingehören. Das geht nur händisch, denn eine Maschine hat bei diesem Kopfsteinplaster keinen Auftrag. Gerti Topfs Arbeitsplatz, das ist die Gegend zwischen Bienenpark, Schießstattgasse, Katzensteig, Hoher Markt.

Wo die dreckigste Ecke ist, hab ich sie gefragt. Eindeutig: der Hohe Markt, zwischen den zahlreichen Bars.

„Am saubersten ist es am Katzensteig –
je weiter rauf, desto weniger Schmutz“, sagt Frau Topf.

Gut, das Nachtleben hinterlässt Spuren. Und da findet sie dann auch den einen oder anderen. In der Früh auf der Bank. Oder unter der Bank. Aber das passiert nur selten. „Bis auf wenige Ausnahmen funktioniert alles ohne Probleme, alle sind sehr freundlich. Das Schöne an Krems ist, dass man sich persönlich kennt“, erzählt die gebürtige Wienerin.

Straßenkehrerin ist sie seit rund fünf Jahren – der Beruf für sie ein guter. „Viele haben ein negatives Bild … hast nix g’lernt, wirst Straßenkehrer … aber das stimmt nicht. Ich habe Koch gelernt“, erzählt Gerti Topf. Der gelernte Beruf war aber nichts für sie. Deshalb der Wechsel zur Stadt, zuerst in die Gärtnerei. Dann zu den Straßenkehrern. Wie’s dazu kam?

„Den Männern war’s zu steil. Buchstäblich.
In diesem Gebiet geht’s nämlich dauernd bergauf – und da hat sich keiner gefunden.
Ich hab gesagt: Warum nehmt ihr nicht einmal eine Frau? Ich probier’s!“.

Als Straßenkehrerin hat sie schon so manche Geschichte erlebt. Zum Beispiel die: „An einem Wintertag, da lag der Schnee wirklich sehr hoch. Als ich Sand holen wollte für meine Scheibtruhe, war sie auf einmal weg. Meine ganzen Geräte verschwunden. Ich sah‘ nur noch die Burschen weglaufen …“ Ein Streich, klassisch. Nicht ganz so lustig, wenn man dann stundenlang seine Geräte im Schnee sucht.  Mittlerweile lacht Frau Topf darüber. Sympathisch.

Das Außergewöhnlichste, das Frau Topf je auf der Straße gefunden hat?

„Ein Schwangerschaftstest am Wachtberg. Aber ich habe nicht geschaut,
wie er ausgefallen ist … den greife ich nicht an“, lacht sie.

„Ansonsten finde ich immer wieder Handys. Die bringe ich dann zum Fundamt. Oder manchmal rufe ich auch gleich die „Mama“ an, wenn sie eingespeichert ist“. Sehr nett, die Frau Topf.

Sie wird bald besonders gefordert sein. Jetzt fangen die Maturafeiern an. Und in ihrem Gebiet, da gibt’s zwei Gymnasien. Viele Maturantinnen und Maturanten. Noch mehr Streiche. „Dann sind viele Lehrer-Autos mit Klopapier eingewickelt. Das ist für die Schüler zwar lustig, für mich aber viel Arbeit. Die schönste Zeit, das sind die Ferien …“.

Doch die meiste Arbeit, die fällt im Herbst an. Wenn die Bäume ihre Blätter verlieren. Wo andere also charmantes Grün sehen, ahnt Frau Topf schon kommende Aufgaben. Aber die wird sie bewältigen. So wie sie es Tag für Tag für Krems tut. Danke!

Eis, Eis, Baby.

Kommt mit zum Eismachen.
Kommt mit in die Konditorei Hagmann.

Backstube. Schokolade. Kuchen. Eis. Ich hab ihn gelebt, den Kindheitstraum. Vor kurzem durfte ich in die Heiligen Hallen der Konditorei Hagmann: in die Backstube. Mitten in der Kremser Innenstadt verbirgt sich hinter einem unscheinbaren Tor nämlich eine wahre Wunderwelt. Ein verwinkeltes Geflecht an Teigmaschinen, Rührgeräten, Backöfen – und Eismaschinen.

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Auf die Plätze. Fertig. Los!

Auf die Eismaschinen konzentrieren wir uns jetzt. Denn ich betrat die Backstube mit einem speziellen Auftrag. Dem Kremser Mmmmmmurli auf den Grund gehen. Herausfinden, wie Eis gemacht wird – auf die ganz traditionelle Kremser Art und Weise.

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Kremser Murli = mit Schokoguss und Krokant. Yeah, Baby!

Und das geht so: Man nehme Milch, Zucker, Traubenzucker und Eisbinder – für Milcheis. Und Wasser, Zucker, Traubenzucker und Eisbinder für Fruchteis. Das ist die Basis. Die muss dann über Nacht stehen. „Reifen“ sagt der Fachmann. Also gut Ding braucht auch beim Eis eine kleine Weile. Am nächsten Tag wird die jeweilige Basis noch sortenweise aufgemotzt. Also Früchte ins Fruchteis. Schoko ins Schokoeis. Dann das Ganze ab in die Hagmann’sche Eismaschine bei etlichen Minusgraden. Also zieh‘ dich warm an.

Nach 10 Minuten ist das Eis dann fertig. Fast fertig. Einige Sorten werden jetzt noch finalisiert. Die interessanten Sorten, wenn’s nach meinem Geschmack geht. Getoppt mit selbstgerösteten karamellisierten Haselnüssen. Oder geschichtet mit selbstgebackenem, selbstbeträufeltem, von Hand geschnittenem Biskuit. Das kommt ins Tiramisù-Eis. Ah, deshalb schmeckt das Zeug so gut …

Ihr seht, im Eis steckt viel Handarbeit. In diesem Fall sind’s vier Hände, die jeden Vormittag so zwischen 25 und 30 Sorten produzieren. Das eine Paar Hände gehört „Frau Anita“, der Ausbilderin. Das andere Lehrling Martin. Miteinander stellen die Zwei an guten Tagen rund 200 Liter her. Und das im Akkord. Hier sitzt jeder Handgriff – und zack, schon wird aus dem Eiskasten ein EISkasten. Und dieser wird wiederum hurtig geleert – denn das Eis ist am besten frisch.

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Geschafft! Die Eis-Profis Martin und Anita sind für heute fertig.

Genau darin liegt auch das Geheimnis, warum das Eis so cremig ist: Frisches Eis, eiskalt gerührt – aus hochwertigen Produkten (ab heuer sogar mit Biomilch).

Hagmann-Eis könnt ihr an zwei Plätzen in Krems genießen: entweder im Stammgeschäft mitten in der Kremser Landstraße Nummer 8. Oder im Eisgeschäft direkt beim Steiner Tor.

… was es heuer Besonderes zu entdecken gibt? Denn beim Hagmann gibt’s jede Saison neue Sorten. Diesmal: Kriecherl. Säuerlich. Ja, hat was! Und die regionalen Spezialitäten wie Mohn, Mohn-Schoko oder Mohn-Marille sowieso. Und Raffaelo und Tiramisù und Schoko und Cookies und Haselnuss und ………………..

Cookies, eisgekühlt.
Cookies, eisgekühlt.

Gut, ganz lassen konnte ich es dann noch nicht. Und musste nach dem Eismachen auch noch eine Runde durch die restliche Backstube drehen. Hier noch ein paar Eindrücke eines bekennenden Sugarholics.

Viel Spaß!