WANDAful Krems!

Wenn jemand fragt, wohin du gehst, sag nach Bologna Krems.

Zwo. 3. Wanda spielt ein paar Takte. Und schon muss man tanzen. Ja, muss. Denn die Mischung aus Pop, Rock’n Roll und griffigen Texten fetzt. Ich kenn mich mit Musik nicht aus. Aber ich mag’s, wenn eine Band sofort Stimmung machen kann ohne dabei banal zu sein. Das Kino im Kesselhaus. Fühlt sich gerade an wie die Arena in Wien. Naja, ein bissl zumindest. Vielleicht machen’s auch die Groupies. Die Mädels in der ersten Reihe dürften den Wanda-Burschen nämlich ziemlich zugetan sein. Schuhe aus und tanzen. Ja, das geht. Am Teppichboden im Kremser Kesselhaus. Ich hab mir sagen lassen, dass Wanda gerade ziemlich abhebt. Sprich im Oktober erstes Album veröffentlicht. Jetzt volle Hallen in Deutschland. Da fühlt man sich gleich ganz exklusiv, wenn man die Band noch so hautnah mitkriegt. Den Schweiß tropfen sieht. Den Spaß in den Gesichtern erkennt. Ich wünsch‘ euch alles Gute, Burschen. Ja, ich darf Burschen sagen. Ich bin älter als die Groupies. Aber ich tanz mit ihnen.

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Fifty/Fifty: Ein Wochenende in Krems

Der Guide für dein Wochenende in Krems. Zwei Tage, die Lust auf mehr machen.

Wer ein ganzes Wochenende hier ist, macht am besten halb Krems, halb Stein.

Tag 1: Krems

Du verbringst also ein ganzes Wochenende hier. Dann gönn dir einen ganzen Tag in der Kremser Innenstadt. Die ist nicht groß. Aber dann hast du genug Zeit, um die Details zu sehen. Und die machen Krems so schön. Die vielen alten windschiefen Häuser. Die engen Gassen. Das Kopfsteinpflaster, das keine hohen Absätze verzeiht. Lass dich treiben. Auf jeden Fall durch die Kremser Landstraße und die Göglstraße. Da gibt’s die netten Geschäfte. Geh zum Beispiel frühstücken ins MOYOme, ein junges Café mit „Weltküche“. Hier gibt’s übrigens einen Brunch-Bericht über das Lokal. Oder wenn du’s klassisch magst, dann ab ins Stadtcafé Ulrich.

Freitag ist am Dreifaltigkeitsplatz ein kleiner Bauernmarkt. Regionale Produkte, ganz reduziert. Aber mit Überraschungseffekt. Wie bitte bereitet man Fohlenfleisch zu, frag ich. Geheimnis gelüftet: Funktioniert so ähnlich wie Rindfleisch, erzählt Frau Dorner. Und, dass die Fohlen praktisch ein „Nebenprodukt“ ihres Stutenmilch-Betriebs sind. Auch irgendwie logisch. Genug geplaudert, vielleicht möchtest du dir aber ein „Bauernbrot“ mitnehmen. Ja, abgedroschener Begriff, denn wo gibt’s schon noch Brot ohne den Zusatz „Bauern-„. Wurscht, hier gibt’s gutes Brot. Und die gute Wurscht gibt’s wiederum gleich um die Ecke in der Fleischerei Graf. Ja, in Krems gibt’s noch Fleischhauer! Also wer jetzt Lust auf ein Wurstsemmerl hat, nur zu.

Falls dein erster Tag auf den Samstag fällt, dann ist der Markt am Pfarrplatz eine schöne Alternative. Auch hier gibt’s alles, was das Slow-Food-Herz begehrt.

Dein Rundgang sollte auf jeden Fall auf den Hohen Markt führen. Mit der Gozzoburg eines der klassischen Krems-Motive. Trotzdem super. Weil’s Atmosphäre hat – und am Abend wär das ein guter Ort, um ein Glas zu kippen. Hier stehen nämlich ein paar Bars dicht an dicht. Wer’s gemütlicher mag, geht ins Gasthaus Jell.

Am Rückweg könntest du bei Kre:ART reinschauen. Einem netten Laden, der Kunst & Krimskrams aus Recycling-Materialien feilbietet, gefertigt in sozialökonomischen Betrieben. Geld ausgeben fürs gute Gewissen. Das Kre:ART versteht sich als „offener Raum für Kreativität, Kunst und Kultur“. Deshalb kann man hier auch Workshops machen. Hast du einen alten Pulli dabei? Den kann man hier zu Schmuck um-designen. Und auch für Kinder gibt’s viele Angebote.

Nach dem Stadtbummel ist vor dem Abendprogramm. Und hier empfehle ich einen Ausflug auf den Campus. Liegt schon fast in Stein. Dort gibt’s das Kino im Kesselhaus. Ein sehr nettes Programmkino, das auch immer wieder Konzerte gibt (allerdings donnerstags). Plus: Die Filmbar. Da gibt’s auch was zu trinken und Snacks. Ganz ok. Und wer dann einfach ins Bett fallen will, übernachtet im Arte Hotel.

Tag 2: Ab nach Stein.

Ab in die Kunstmeile und in die Steiner Altstadt. Die ist nämlich mindestens genauso schön wie Kremser.

In der Kunstmeile bleibt kein Wunsch offen. Kunsthalle, Karikaturmuseum, Artothek, Literaturhaus. Darf’s ein bissl mehr sein? Dann ab ins Forum Frohner am Steiner Minoritenplatz. Da kann man sich nach dem Kulturgenuss nämlich in der Nähe auch gut stärken. Im Salzstadl, einem gemütlichen modernen Wirtshaus, das auch ein buntes Kulturprogramm bietet: Musikerstammtische, Lesungen, Konzerte – schaut nach: http://www.salzstadl.at

Und wer statt ins Wirtshaus lieber zum Heurigen geht als Abschluss seines Wochenendes, dem empfehle ich einen kleinen Ausflug. Die besten Heurigen sind nämlich ein paar Kilometer außerhalb. Hier eine kleine, sehr persönlich ausgewählte Liste. Es gibt natürlich noch viel mehr. Aber dazu vielleicht in einer eigenen Geschichte mehr.

Viel Spaß. Prost/Mahlzeit.

Völkl in Lengenfeld
Kitzler in Rohrendorf
Proidl in Senftenberg

„Hier steht mein Haus“

Was Gustav Peichl mit Krems verbindet? Hier steht sein Haus.
Nicht mehr und nicht weniger.

… und spricht Gustav Peichl von „seinem Haus“, spricht er vom Karikaturmuseum. Und genau dort habe ich ihn getroffen. In seinem Raum in seinem Haus. Dem IRONIMUS-Kabinett, in dem ein kleiner Auszug seiner Karikaturen hängt. Das Museum hat er geplant und mithilfe seiner zwei Freunde umgesetzt. Damit meint er Manfred Deix und Erwin Pröll.

Krems kann sich glücklich schätzen, sagt Herr Peichl. Dass man nicht Landeshauptstadt wurde. So blieb die Atmosphäre erhalten. Was die für ihn ausmacht? „Die Größe. Der Maßstab. Die Umgebung. Krems hat einen der schönsten Blicke, den es gibt. Den auf Göttweig. Großartiges Bauwerk“, so O-Ton Peichl.

Obwohl er nicht mehr so oft wie früher hier ist, bleibt Krems für ihn spannend. Zum Beispiel wegen dem Kunstmuseum NÖ, das in der Kunstmeile entstehen wird. Gleich neben „seinem“ Karikaturmuseum.

Bei Gustav Peichl schwingt in jedem Satz viel Erfahrung und viel Wissen mit. Und nach wenigen Minuten ist man schon mitten drin in der Geschichte der Zweiten Republik. Wieder was gelernt. Beziehungsweise nach dem Gespräch recherchiert. Wissenslücke geschlossen. Danke, Herr Peichl.

Er hat sie auf jeden Fall. Die Eloquenz, auf jede Frage eine passende Antwort zu haben. Haben Sie noch einen Tipp in Krems für uns? Hat er. Schließlich müssen auch Architekten essen. Am besten gut. „Zur Frau Jell. Das ist eine großartige Person, in ihrer ganzen Weiblichkeit, herrliche Kost …“