Der Herr der schönsten Ringe.

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Eine Geschichte mit Geschichte. Sie beginnt mit diesem Ring.


Kommt mit in die Goldschmiede Kalteis 21. Es wird eine runde Sache.

Die heutige Krems-Geschichte beginnt vor 15 Jahren. Als ich – mit genau 15 Jahren – in einem heißen Sommer meinen ersten Ferienjob begann. Ich könnte jetzt sagen bei einer „einschlägig bekannten Fast-Foodkette“. Weiß sowieso jeder, dass der Mäci gemeint ist. Nach guten vier Wochen hatte ich mein erstes selbstverdientes Geld in der Hand. Und damit ging ich ziemlich zielstrebig zu Kalteis 21. Das Ziel war ein Symbol. Ein Symbol von Dauer. Ein Symbol für einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Geworden ist es der Ring da oben. Ein Stück, das ich bis heute trage. Und genau mit diesem Ring ging ich vor ein paar Tagen wieder in die Goldschmiede. Zu Walter Kalteis, dem Herrn der schönsten Ringe – wenn’s nach meinem Geschmack geht.

Geht mit mir durch die Tür dieses wunderschönen Ladens. Durch noch eine, in die Werkstatt. Dann durch noch eine, in einen überhaupt ganz besonderen Raum.

Ihr werdet schöne Augen machen.

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Wie Walter Kalteis sein Geschäft beschreibt? Als „Feinkostladen. Ich schaue, wo es Schmuckstücke gibt, die meinen Ansprüchen entsprechen. In puncto Schönheit, Qualität und Innovation.“ So kommt es, dass hier eine Auswahl ganz besonderer Stücke liegt. Moderne Klassiker. Stücke, die auf einer genialen Idee basieren. Ideen, die dauerhaft gültig sind.

Außergewöhnliche Ideen. Auf denen bauen auch viele seiner Trauringe auf. Da geht’s zum Beispiel um das Thema Gemeinsamkeit. Oder um besondere Gegenstücke. Ringe, die sich an einem einzigen Punkt ineinander stecken lassen. Oder Ringe, die aus einem einzigen Stück geschmiedet werden. So wie diese hier.

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Willst du mit mir gehen? Die Quader bricht man gemeinsam. Dann werden daraus zwei Ringe. Schöne Geschichte.

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Und wenn Walter Kalteis die Geschichten hinter solchen Stücken erzählt, merkt man die Freude. Spürt die Begeisterung „für so richtig besondere Besonderheiten“. Die Leidenschaft fürs pure Handwerk. Wenn Dinge eben gerade nicht gerade sind. Sondern Ecken und Kanten haben. Und damit so einzigartig sind wie der Mensch, der sie trägt.

Walter Kalteis findet man zumindest an zwei Plätzen immer wieder. Vorne im Laden, wenn er seine Kunden berät, ihnen die Geschichte hinter dem Stück erzählt, das sie gerade in der Hand halten. Und dann in der Werkstatt – beim Reparieren: „Meine Kunden sind froh, dass es da noch wen gibt, der das kann“.  Wenn Zeit bleibt, dann setzt er in der Werkstatt auch eigene Entwürfe um. Eine Werkstatt, die so ist wie vor 100 Jahren. Zwei Hände, eine Säge, ein Hammer. „Ultraschallgeräte haben wir auch. Aber es wird schöner, wenn man das alles weglässt“.

Für unsere Geschichte hat er sich an seinen Platz gesetzt – und einen Silberanhänger geschmiedet. Viele Arbeitsschritte bis aus einem kleinen Silberplättchen ein fertiger Anhänger wird. Für Walter Kalteis eine einfache Übung.  Seht her!

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Das Ende am Anfang: Walter Kalteis mit dem fertigen Packerl. Davor war …

Wie so oft im Leben kommt’s auch beim Schmuck auf die richtige Verpackung an. Und auch hier ist es eine Freude, einfach nur zuzusehen: Der Wachsstift, der langsam erhitzt wird. Das Kalteis-Siegel, das ins heiße Wachs gedrückt wird. Der letzte Schritt zum fertigen Packerl. Wow. Schon allein deshalb kriegt man hier Lust etwas zu kaufen und jemandem zu schenken.

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Schenken kann man hier nicht nur Ringe. Sondern viele schöne Sachen, die Frauen und Männer schmücken. Eine sehr erlesene Auswahl an Armbanduhren. Ketten. Armreifen. Broschen. Und dann natürlich das umfassende Angebot an Trauringen. Der Niessing-Tower, bei dem alle 12 Formsprachen, die Ringe so sprechen können, durchprobiert werden können. Für Brautleute – und andere besondere Kunden – gibt’s den „Entschleunigungsraum“. Einen Raum voller spannender Dinge. Sandstein-Skulpturen. Design-Bleistifte. Hier kann man in aller Ruhe aussuchen. Sich zu besonderen Anlässen auch von Walter Kalteis‘ Tochter Katharina stylen lassen.

Termine zum Entschleunigen macht ihr euch am besten telefonisch aus: 02732 / 70 647

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Willkommen im Entschleunigungsraum.

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Bevor ihr mir in die Entschleunigung abdriftet, klär ich euch noch knallhart auf, warum Silber „anläuft“. Das geht nämlich so: Durch Schwefel – und der ist zum Beispiel in der Hautcreme – oxidiert das Kupfer im Silber. Dann wird’s schwarz, wenn man es liegen lässt. Wenn man’s immer wieder trägt, passiert das nicht. Falls euer Silber trotzdem schwarz ist, dann ab zum Fachmann. Denn: Diverse Silberputzmittelchen machen’s nur schlimmer.

Seht es positiv: Es ist ein guter Grund, zu Kalteis 21 zu gehen.

Obere Landstraße 21, 3500 Krems
Dienstag 10 – 13h , Mittwoch 10 – 13h , Donnerstag 10 – 13h, 15 – 18h
Freitag 10 – 13h, 15 – 18h , Samstag 09 – 13h

 

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Machen wir das Licht aus.

Programmautomatik. Speicherkarte. Photoshop. So geht Fotografieren, sagt ihr? Nicht bei Dietmar Kurzmann. Da gibt’s keine Speicherkarten, sondern Filme. Keinen Photoshop, sondern ein Photolabor. Und das alles mitten in Krems. Also kommt mit in die Dunkelkammer – auf ein paar Bilder und etwas Text. Ich serviere sie euch aus aktuellem Anlass: Am Freitag, 26. Juni, eröffnet die Ausstellung „Keramiken Skulpturen Objekte Fotografien“ in der Fine Art Galerie in Traismauer. Und da stellt auch Dietmar Kurzmann seine „Metalmorphosis“ aus.

Dietmar Kurzmann mit einer seiner Kameras.
Dietmar Kurzmann samt „Fachkamera“.
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Geballtes Fotowissen. Oder: Auch Annie Liebovitz ist da.

Einen Film entwickeln? Das dauert ungefähr eine Viertel Stunde – einen Kaffee lang. So lange sitze ich mit Dietmar Kurzmann am Tisch. Theorie. Seit wann er fotografiert – „naja, seitdem ich so 17, 18 Jahre alt bin“. Warum er 20 Jahre Obmann des Kremser Fotoklubs war? „Weil ich die Technik des Fotografierens und Entwickelns gerne weitergeben will“. Dann schon der praktische Teil. Auf zu den Kameras! Ins Labor, das wie eine Mischung aus Küche und Biologie-Kammerl ausschaut. Die Assoziation Schule liegt bei Dietmar Kurzmann nahe – schließlich unterrichtete er an der HTBLA in Krems. Was kommt nach dem Entwickeln des Films? Das Trocknen. Dauert eine halbe Stunde. Schneller geht’s, wenn man mit dem Fön nachhilft. Hier sitzt jeder Handgriff – und man merkt, wie wichtig Dietmar Kurzman die Technik ist. Das Material an sich. Denn „das, was wir heute fotografieren, landet in Datenfriedhöfen. Auf Festplatten. Da ist nicht klar, wie lange man sie nutzen kann, wie lange die Technik kompatibel ist mit dem jeweils aktuellen System. Mich interessiert, wie man Bilder dauerhaft festhalten kann.“

Und ab geht’s in die Dunkelkammer.
Hier entwickelt sich was.
ENTWickeln wir was!

Aber halt! Wenn wir so fleißig beim Entwickeln sind, haben wir den wichtigsten Schritt eigentlich übersprungen. Das Fotografieren selbst. Und da begeistern Dietmar Kurzmann Fachkameras. Für mich schauen die aus wie anno dazumal. Ein bissl wie eine Zieharmonika mit diesen Lederbalgen. Das Bild, das Kopf steht am „Display“. Wie heißt das noch mal schnell? Und das Tuch, das man überwirft, wenn man draußen fotografiert. Aber nein. Fachkameras werden auch heute produziert – „vor allem für die Amis, die Wahnsinningen“ – und das meint der Globetrotter Kurzmann auf eine nette Art und Weise. Wieder was gelernt.

Biologieunterricht? Nein, das Negativ in Großansicht.
Negativ vor Endprodukt. Positiv!
Negativ vor Endprodukt. Positiv!

Filme und Negative, so groß wie meine Hand. In seine Spezialkamera kommen Filme, die haben nur 2 Bilder. Also genau überlegen, wann man abdrückt. „Da gibt’s null Ausschuss“. Was das Faszinierende ist an dieser Art zu fotografieren? „Fachkameras können das, wo normale Fotografie ansteht. Zum Beispiel bei der Schärfe. Oder bei der Architektur-Fotografie – keine stürzenden Linien“.

Vergiss Photoshop. Retusche mit dem Pinsel.
Vergiss Photoshop. Retusche mit dem Pinsel.

Was Dietmar Kurzmann dann mit seinen Kameras fotografiert? Vieles. Aktuell die Serie „Rost“ – den Verwandlungskünstler, wie er Rost auch nennt. Die morbide Schönheit, wenn der Rost Material zersetzt. Die unzähligen Farben und Formen, die dann entstehen. Platz für die Phantasie. Wo der eine ein Urzeit-Tierchen sieht, erkennt die nächste Tänzer in Bewegung. Alles in Bewegung. Stets mit einem Augenzwinkern. Nicht nur deshalb sehenswert.

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4 x Rost. Mehr gibt’s ab 26. Juni in der Fine Art Galerie in Traismauer.

Zum Abschluss hab ich Dietmar Kurzmann noch gebeten, ein paar Kremser Stadt-Ansichten auszugraben.
Hat er gemacht. Voilà!

Wenn analog und iPhone aufeinandertreffen. Ein bewusster Clash.
Wenn analog und iPhone aufeinandertreffen. Ein bewusster Clash.
Strahlender Abschluss. Krems. Fotografiert von Dietmar Kurzmann.
Strahlend. Krems. Fotografiert von Dietmar Kurzmann.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Wein tief wurzelt …

… dann ist man bei den Proidls in Senftenberg angekommen. Und dieser Ausflug ins Kremstal lohnt sich, denn hier könnt ihr etwas Besonderes erleben. Der Stammbaum der Proidls reicht nämlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Familie, eng mit der Gegend verwurzelt. Der Weinbaubetrieb und der Heurigen, tief im Ortsleben verankert.

Wurzeln. Auf die berufen sich heutzutage viele. Wenn Karl Proidl von Wurzeln spricht, dann tut er das auf eine unsentimentale, authentische Art und Weise. Nicht weil Tradition und Nachhaltigkeit gerade Modewörter sind. Sondern weil’s im Winzerleben ganz normal ist, dass man in Generationen und für Generationen denkt. Den Weingarten, den er bald aussetzt, den wird vielleicht seine Tochter oder sein Sohn bewirtschaften – falls sie das einmal wollen, denn „gut ist man nur, wenn man Dinge gerne tut“.

Die jüngste Generation hat ihren Lieblingsplatz gefunden: die alte Schulbank.

Und Wein, den macht er gerne. Am liebsten Riesling. Am allerliebsten Lagenweine. Allesamt Weine, die ins Kremstal passen. Rameln. Hochäcker. Pellingen. Das besondere an Lagen in Senftenberg? Dass die Vegetation hier einen Tick später dran ist. Das bewirkt, dass die Trauben eine Spur weniger Zucker haben, physiologisch aber reif sind. So entstehen Weine mit Struktur und Kraft – mit einem nicht sooo hohen Alkoholgehalt. Und genau das interessiert Karl Proidl. Starke Weine, die einen aber nicht umhauen. Weine zum Lagern. Weine, die vielleicht auch bald wieder mit Kork verschlossen werden – zumindest einige davon. Und da sind wir schon mittendrin in den Zukunftsprojekten. Der Verkostungsraum, der bald fertig sein soll. Muscaris, Neuburger. Weinsorten, die bald ausgesetzt werden sollen.

Da der Senftenberger – und der Rest der Welt – aber nicht vom Wein allein lebt, hat der Proidl auch immer wieder ausg’steckt. Nämlich an genau 60 Tagen pro Jahr. Also 60 gute Gründe, um nach Senftenberg zu kommen. Und ja: Ich bin befangen. Weil Heimatort. Plus gemeinsame Vor-Vorfahren. Aber den Proidl muss man einfach empfehlen. Und das hat neben dem Wein noch viele Gründe. Ungefähr so viele, wie die Familie Proidl Mitglieder hat.

Jeder Teil der Familie bringt hier seine oder ihre Stärken ein. Karl beim Wein. Nicole beim Ambiente. Die Eltern Karl und Maria beim Heurigen, zum Beispiel beim Fleisch-Machen. Birgit bei den Süßigkeiten und den saisonalen Leckerbissen … Ihr seht, hier fügen sich viele gute Teile zusammen. Aber es ist noch mehr. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Kennt ihr den Spruch? Er passt zum Proidl. Und ein bissl Aristoteles darf nach ein paar Achteln schon sein …

Nachschenken? Ja gerne.

Muss ich noch extra erwähnen, dass das Essen besonders gut ist? Und in besonders umfangreichen, schönen Portionen daherkommt? Insidertipp: Verschießt nicht euer ganzes Pulver bei den salzigen Sachen. Die Mehlspeisen sind hier nämlich Extraklasse. Meisterklasse. Gemacht von Karls Schwester Birgit, einer echten Konditormeisterin. Das schmeckt man. Und sieht man. Schokocreme-Schichten so gerade wie das Burgenland. Glasuren so glänzend wie Outfits von Conchita. Wobei: Mein Favorit ist ja die Grammelbäckerei. Die kriegt man sonst fast nirgendwo  – und die passt so schön zum Wein.

Also los: Der Proidl hat jetzt nämlich gerade ausg’steckt bis 28. Juni. Danach wieder im August. Alle Termine findet ihr hier. Am Wochenende ist es nicht schlecht, wenn ihr reserviert.

Wein ab Hof könnt ihr euch eigentlich immer holen. Man ruft einfach kurz vorher an und macht sich mit Karl einen Termin aus: 0664 116 47 80.

Also dann, bis bald in Senftenberg!