Durchgeknallt & aufgetischt.

Sektverkostung am Kremser Frauen-Weinstammtisch

Als letzten Beitrag für heuer hab ich mir Adäquates ausgesucht. Wie klingt Schaumwein-Verkostung? Falls ihr noch den passenden Sprudel für Silvester sucht, gibt’s hier die passenden Empfehlungen.

Grundlage der Recherche: Ein Weinstammtisch, den es schon seit dem Jahr 2000 gibt. Gegründet von Frauen in und rund um Krems, die Wein mögen. Aus unterschiedlichsten Gründen. Weil sie beruflich damit zu tun haben. Weil die Männer Winzer sind. Oder weil sie einfach gerne Neues probieren.

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Die Gruppe trifft sich einmal im Monat zu einem Thema. Das Motto bei diesem Stammtisch: Schaumwein international. Alles außer Champagner. Verkostet wurde blind. Geredet wurde bunt. Denn das ist einer der Unterschiede zu (vorwiegend) männlichen Runden. Dass die Gespräche durchs Glas quer über alle Lebensthemen sprudeln. „Easy und privat“, so beschreiben die Mitglieder die monatliche Runde.

Raus kommt ein buntes Bouquet an Geschichten. Eine sehr gemütliche Runde, in der man frei von der Leber (sic!) erzählt. Männer. Sorten. Jahrgänge. Und dann kommen feine Sprüche. Es geht stets um Wein, wohlgemerkt.

„Von der Nase her find ich ihn schön.“

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„Er prickelt in alle Richtungen.“

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„Einer für alle. Oder zum Sammeln.“

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Literaturtipp zum Thema. Ein sehr feines Büchlein.

Jetzt spann ich euch aber nicht auf die Folter. Wir haben rund 15 Schaumweine verkostet. Durch die Bank gab es zwei, die allen sehr gut gefallen haben – also getrost fürs Silvestermenü gekauft werden können. Überraschung sind sie keine. Aber schön, dass sich die heimischen Tropfen gegen viele internationale durchgesetzt haben:

Beide nach Champagner-Methode hergestellt, sprich traditionelle Flaschengärung. Das merkt der Gaumen dann am sanften Prickeln. Fesch!

Apropos: Die Runde diskutierte auch die Aufmachung der Flaschen – und ist sich da gar nicht so oft einig. Zwischen hübsch und billig ist oft nur ein Schluck dazwischen.

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Was wäre eine Verkostung ohne gutes Essen?

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Der exklusiven Runde kann man beitreten, indem man ein bestehendes Mitglied kennt und einen Schnupper-Antrag stellt. Der wird übrigens meistens angenommen, so streng ist das nicht. Falls euch das interessiert, gebe ich eure Daten weiter: pamela.schmatz@friedlundpartner.at

Ich finde es schön, dass es in Krems viele unterschiedliche Formate gibt, die sich mit Wein beschäftigen – hier gehts zu einer weiteren hochkarätigen Runde. Auf dass es 2017 so prickelnd weitergeht. Prost!

„Er brennt ziemlich, aber bleibt sehr lang.“

 

Greißlerinnen für die Seele

Die Liebelei in der Kremser Göglstraße feiert die Freude an den schönen Dingen.

Ein raumhoher Einbauschrank für die nächsten 20 Jahre – das wäre Alexandra Boldiszars absoluter Albtraum. Viel zu gerne stellt sie Möbel um. Gestaltet Räume neu. Streicht Wände mal schnell in einer anderen Farbe „Eine Sache von einer Stunde“.

Alexandra Birochs, ihrer Partnerin in der Liebelei, geht’s ähnlich. Auch sie ist kreativer Kopf mit dem Hang, Dinge in Bewegung zu halten. Mit der Göglstraße Nummer 4 haben sich die beiden Alexandras nicht nur den Traum vom eigenen Geschäft erfüllt. Sondern auch einen guten Platz gefunden, um dem „Umstelltrieb“ zu frönen.

„Unsere Männer sind total glücklich, dass wir jetzt im Geschäft alles umräumen – und nicht mehr zuhause.“ Alexandra Boldiszar

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Alexandra Boldiszar (links) und Alexandra Birochs (rechts).

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Um umzuräumen und zu gestalten gibt in der Liebelei schier endlos viele Möglichkeiten. Auf gut 70 Quadratmetern kann man hier nämlich hunderte (tausende?) liebevoll ausgesuchte Stücke für zuhause oder sich selbst entdecken. Porzellan für den schönen Tisch. Pölster für gemütliche Ecken. Bilderrahmen für den Liebsten. Schmuck für die Liebste.

„Wir suchen unsere Stücke sehr sorgfältig aus. Ich verkaufe nichts, was ich nicht auch selbst gern zuhause hätte.“

Den beiden merkt man richtig an, wie gern sie das tun, was sie tun. Goldrichtig, sind sie hier. So wie der schöne Christbaumschmuck der jetzt gerade von der Decke baumelt.

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Wenn die Liebelei zur Seelen-Greißlerei wird.

Viele Kunden kommen immer wieder ins Geschäft. Machen hier Pause. Holen Luft vom stressigen Alltag. Die Liebelei ist ein Ort, an dem man zur Ruhe kommen und etwas entdecken kann. Ja, sich auch mal Dinge von der Seele sagen kann. „Ab und zu sind wir Seelenklempner. Ich provozier‘ das auch gern, weil ich so viel quatsche“, lacht Alexandra Boldiszar.

Seele haben auch die Dinge, die man entdecken kann. Es sind Stücke, die man gern in die Hand nimmt. Viele davon werden im Laufe der Jahre Patina gewinnen. So wie die Tasse, die vielleicht zur Lieblingstasse wird.

„Einen IKEA-Schrank lässt man in einer Wohnung schon mal zurück. Wir mögen Dinge, die durchs Leben begleiten.“

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Wenn Wege auseinander und wieder zusammen führen

Der Weg zum gemeinsamen Geschäft war für beide übrigens ein verschlungener. Aufgewachsen sind sie miteinander in Sitzenberg-Reidling. Dann haben sich Alexandra und Alexandra klassisch aus den Augen verloren. Alexandra Birochs hat in Hetzendorf Stoffdesign gelernt. Alexandra Boldsizar eine Vergolder-Lehre und eine Ausbildung zur Einrichtungsberaterin gemacht.

Wiedergetroffen haben sich die beiden am Adeventmarkt in Schloss Grafenegg. Beide als Ausstellerinnen. Beide mit der Lust, gemeinsam etwas Neues anzufangen. Das war 2008. Seit 2010 gibt’s die Liebelei in der Göglstraße. Bald vielleicht auch mit mehr Platz. Denn der fehlt im Moment noch für die zahlreichen Möbelstücke, die die Zwei gesammelt haben.

Die Liebelei
Göglstraße 4, 3500 Krems an der Donau
+43 664 150 12 68  oder +43 676 576 62 91
office@dieliebelei.at

Öffnungszeiten
Dienstag bis Freitag: 9.00 – 12.30 Uhr und 13.00 – 18.00 Uhr
Samstag: 10.00 – 16.00 Uhr

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Gimme 5!

Er schaut drauf, dass am Kremser Eislaufplatz alles auf Kufe rennt: Eismeister Karl Hartmann

Die Hälfte des Jahres dreht sich für Karl Hartmann alles um 5 Zentimeter. So dick soll die Eisschicht am Kremser Eislaufplatz sein. Und das bedeutet: Tag für Tag Arbeit. Denn wenn‘s regnet, muss er hobeln. Wenn zu viele der Runden ins Eis gedreht sind ebenso. Macht sich das Eis dünn, dann wird eine neue Schicht aufgetragen. Per Schlauch und mithilfe des Kollegen Oliver Pfeiffer. Auch am Eislaufplatz ist Teamwork angesagt.

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Karl Hartmann ist auch privat gern am Eis.

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Fußbodenheizung. Nur größer. Und umgekehrt.

Wie funktioniert eigentlich so ein
 Eislaufplatz? Unter besagten fünf
 Zentimetern gibt‘s eine Betonpiste mit Schläuchen. Da wird Ammoniak durchgejagt, das kühlt die 
ganze Fläche auf minus acht bis 
minus zehn Grad. Somit ist der
 Eislaufplatz die größte Fußbodenheizung der Stadt. Nur umgekehrt
 eben. Damit aus dem Leitungswasser funkelndes Winter-Weiß wird, streut Karl Hartmann eine Schicht Kalk ins Eis. Dann blitzt es richtig. Und so ein Rieseneis ist wie ein Riesenbaby. Man darf es nicht aus den Augen lassen. „Wenn geöffnet ist, muss immer wer da sein“, erklärt Karl Hartmann. Da bleibt es nicht nur beim Eismachen, da geht‘s auch um das Versorgen kleinerer und größerer Verletzungen. „Fuß, Knöchel, Hüfte – es ist schon alles passiert.“

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Das werden die Linien.

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„Lernt Eislaufen so früh wie möglich!“

Könnt ihr euch einen Koch vorstellen, der nicht gerne isst? Karl Hartmann ist auch privat gern am Eis: „Eislaufen ist ein schöner Ausgleich, besonders wenn‘s richtig kühl und sonnig ist. Am besten man lernt es, wenn man noch ganz jung ist. Ein kleines Kind hat es nach ein paar Tagen drauf. Erwachsene tun sich da schwerer.“ Schön findet er auch, dass es viele Stammgäste gibt am Eislaufplatz. Die kommen jedes Jahr. Die Pensionisten am Vormittag. Viele Kinder am Samstag beim Kindereislaufen. Und immer spannend ist es, wenn die Fußballer den Platz betreten: „Die Hobbypartien kommen im Winter manchmal aufs Eis. Das kann dann schon recht lustig aussehen, wenn man da zuschaut“, schmunzelt der Eismeister. Na dann wünschen wir eine gute Saison!

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Neuübernahme: Krautrouladen im Eislauf-Resti

Seit heuer gibt’s einen neuen Gastro-Pächter am Eislaufplatz. Das Buffet heißt jetzt FANA’s. Zwischen Gummi-Gebissen, Chips und Colaflaschern findet man da einen Mittagsteller, der täglich frisch gekocht wird. Bei meinem Besuch stand Sarma auf der Speisekarte, diese herrlich g’schmackigen Krautrouladen, die heutzutage kaum noch wer wickelt. Perfekt zum Aufwärmen nach ein paar Pirouetten am Platz. Oder so …

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Namensgebend: Fana mit ihren Krautrouladen.

Der Eislaufplatz hat im Winter täglich geöffnet:

Montag – Freitag 9:00-12:30 Uhr und 14:00-17:00 Uhr
Freitag 17:30-20:00 Uhr (Abendeislaufen)
Samstag, Sonn- und Feiertag: 9:00-17:00 Uhr

Alle Infos auf http://sport.krems.at/kunsteisbahn
Heinemannstraße 14, 3500 Krems, Telefon: 02732/801-611