Ein Grammelknödel ist ein Grammelknödel

… ist ein Grammelknödel. Ein Lokal-Augenschein im neuen Esslokal in Hadersdorf.

„Ehrliche Wirtshausküche“ will sie machen. Miriam Laister, seit Oktober Herrin ihres eigenen Herds. Gemeinsam mit ihrem Partner Sebastian Pesau hat sie das leerstehende Spoerri-Lokal am Hadersdorfer Hauptplatz übernommen. Ehrlich – das heißt für die beiden: Ein Grammelknödel ist ein Grammelknödel und eine Rindsroulade eine Rindsroulade. „Kein Chichi. Aber Gerichte auf gehobenem Niveau“. Das können die beiden – ich habe für euch getestet. Manchmal ist so ein Bloggerinnen-Dasein hart: Hühnerleberpastete mit Brioche, Topinambur-Cremesuppe, das Grammelknödel und eine wahnsinnig gute Nachspeise gingen im Esslokal schon durch meinen Gaumen. Alles nur für euch. Alles stimmig. Alles hintereinander ein Grund, sich auf die Couch für einen Verdauungsschlaf zurückzuziehen.

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Zurück zu Sebastian und Miriam. Die beiden haben dutzende Stationen hinter sich. Sie: LATE, Holzapfel, Hutter, Woracziczky. Er: Fabios, Plachutta, 2 Wochen (!) Steirereck, Kurz an der Hülben – und dann auch Hutter. Dort haben sich die beiden kennengelernt und irgendwann beschlossen: Entweder es wird das eigene Lokal oder es ist Schluss mit Gastro.

Es wurde ersteres. Obwohl auch das Zufall. Denn eigentlich hatten die beiden eine Absage kassiert, weil schon eine andere Pächterin für das Esslokal gefunden war. Drei Wochen später dann das unerwartete SMS mit der Frage, ob die beiden noch interessiert wären. Waren sie. Ein Monat später wurde aufgesperrt.

Bei meinem Besuch durfte ich nicht nur in die Küche, sondern ins ganze Lokal. Und das ist für sich schon eine Reise wert. Denn übervoll mit den Kunstwerken von Daniel Spoerri. Gleich gegenüber sein Ausstellungshaus, das übrigens auch sehr sehr sehenswert, bis März allerdings in der Winterpause ist.

Kunst. Essen. Fehlt noch eine wesentliche Komponente der Hadersdorfer Genuss-Triade. Nämlich der Wein. Und der kommt im Esslokal aus allen Richtungen. „Das Tolle ist, dass wir hier mittendrin sind. Wachau, Wagram, Krems-, Kamp- und Traisental“, erzählt mir Sebastian und schenkt eine Vertikale ein – denn das ist schließlich auch ein Bildungsausflug. Und eine Vertikale, so habe ich gelernt, ist eine Verkostung des gleichen Weines in verschiedenen Jahrgängen. In unserem Fall ein Riesling vom Weingut Hirsch. Da war ich doch echt schwer am Überlegen, ob meine Hand zuerst Richtung Weinglas oder weißen Schokobrownie steuern soll …

Schön, dass das Esslokal wieder bespielt wird! Weil es so ein besonderer Platz ist. Seit kurzem wieder mit besonders gutem Essen.

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Esslokal
Mo: 11 – 14 und 17.3o – 22 Uhr
Di & Mi: Ruhetag
Do-Sa: 11 – 22 Uhr
So & Feiertag: 10 – 17 Uhr

Fisch dir ein Brötchen in Krems

Im mein Streich | dein Genuss in der Kirchengasse gibt’s jetzt ordentlich was aufs Brot

Nein, das ist kein reiner Ess-Blog. Aber wenn ich über ein Lokal stolpere, in dem ich noch nie einen Fuß hatte, muss ich rein. Und probieren. Also kostet mit mir. Diese Brötchen sind es nämlich wert.

Es gibt sie in 12 Varianten. Die Unterlage überall gleich: gutes Schwarzbrot aus der Bäckerei Aubrunner. Das, was jetzt draufkommt, ist das Wesentliche. Und das ist zum Beispiel „Brie-Preiselbeere“, „Feta-Olive“ oder „Wurzelwerk“.  Je nach Saison. Eiaufstrich gibt’s immer.

Das Stück kostet einen Euro. Find ich ok, weil gutes Zeug. Je nach Hungergefühl bzw. Sättigungsgeschwindigkeit sollte man mehrere Brote bestellen.

 

Hinter dem Lokal und hinter dem Tresen steht ein Mann. Andreas Stemberger. Ein Quereinsteiger. Warum um alles in der Welt Aufstrichbrötchen?  „Ich war mit meiner Frau bei Trzesniewski.“  Die Wiener Brötchen-Institution. Frau Stemberger war begeistert. Der Ehrgeiz von Herrn Stemberger geweckt. Etliche Rezept-Experimente später dann die Entscheidung – für die eigene One-man-Show in Krems. Einkäufer. Brotstreicher. Abwäscher. Bei Herrn Stemberger macht alles Herr Stemberger.

Was ihn im Moment beschäftigt? Hering und Rote Rüben. Die wird er in einen neuen Aufstrich packen. Schließlich ist ja bald Aschermittwoch. Und vielleicht kann man dazu den Sekt auch schon glasweise trinken. Find ich gut. Das mit dem Fasten war eh noch nie meins.

Auf einen Kaffee bei Elisabeth

Es gibt was Neues! Das Café Elisabeth in der Göglstraße. Montag um 8 Uhr aufgesperrt, um halb 9 ist das kleine Lokal schon gut gefüllt. Die Besitzerin – ja, Elisabeth – arrangiert noch schnell den Kuchen. Dann bringt sie den ersten Kaffee. Der kommt aus der Rösterei Naber, sehr gut. Serviert mit Naps. Nein, nicht vertippt. Schnaps trink ich um die Uhrzeit nur in absoluten Härtefällen.

Ein Schluck. Und schon bin ich glücklich. Gut, bei der Einrichtung find ich puristischer besser. Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten (nur diskutieren). In jedem Fall fein, dass Krems um ein Lokal bunter ist. Ein Lokal mit besonders nettem Service. Denn der Kinder-Kakao, der wird automatisch nicht zu heiß serviert. Pfau. Für Eltern ein nicht unwesentliches Detail. Denn nichts führt in einem vollen Lokal schneller zum Schweißausbruch als der Wutausbruch  des Kindes vorm zu heißen Heißgetränk. Ja, ich spreche aus Erfahrung.

Ein Blick in die Karte. Mehrere Frühstückskombis zur Auswahl. Viele mit klingenden Namen. Ich würde trotzdem den Toast Hawaii bestellen. Weil Kindheitserinnerung. Gibt’s eigentlich die Glitzer-Palmen noch, mit denen der früher garniert wurde?

Zurück zu Elisabeth. Die ist übrigens ein „Urgestein“ der Kremser Gastronomie. Vielleicht kennt ihr sie noch aus dem Stadtcafé Ulrich. Dort war sie 8 Jahre lang Kellnerin. Das eigene Café, schon lange ihr Traum. Ich find’s schön, dass sie ihn sich erfüllt hat.