So schmeckt die Sehnsucht.

Willkommen, bienvenue, welcome in der neuen LUST AUF KREMS-Saison nach der Sommerpause. Ich hoffe, ihr hattet eine tolle Zeit in der Stadt. Oder habt ihr sie verlassen Richtung Süden? Den Geschmack Griechenlands noch im Mund? Die Hitze Mexikos an der Haut?

Dann hab ich zwei Lokale für euch, um den Sommer kulinarisch in die Verlängerung zu schicken. Unsere Stadt bietet mittlerweile eine internationale Minestrone in Sachen Geschmack. Hotspot ist Stein. Hier gesellt sich ein Grieche und ein Mexikaner zum Inder und Italiener.

Taverne Zorbas. Selbstgebackenes Brot und die Stimme von Olga.

Wen also die Sehnsucht nach Süden noch in der Umarmung hat, dem empfehle ich die Taverne Zorbas. Ich hab einen lauen Abend erwischt, um das Lokal in der Steiner Landstraße zu testen. Der Hof bis auf den letzten Platz gefüllt. Zusatzsessel wurden angekarrt. Wir saßen in der – sehr bunten – Gaststube. Früher ein Wirtshaus. Eiche Rustikal an schillerndem Fischernetz. Und es war herrlich!

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Vor dem Oktopus und dem – auch sehr guten – gegrillten Fisch (genaue Typenbezeichnung vergessen) gab es selbstgebackenes Brot mit Olivenpaste, Tzatsiki und Taramosalata (das rosa Zeug). Und das Brot war der Wahnsinn. Sodass man fast traurig war, als der Fisch serviert wurde und man den Vorspeisenteller nicht noch einmal damit auftunken konnte.

Von draußen Musik. Griechenland für die Ohren. Olga Kessaris und ihre Band. Ich hoff, sie gibt auch nach der Herbstpause wieder Konzerte bei Zorbas. Ich komm auf jeden Fall wieder!

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Taverne Zorbas
https://www.facebook.com/Taverne-Zorbas-710476409046397/
Telefon: 0664 4564227
Steiner Landstraße 24, 3504 Krems an der Donau
24. September bis 11. Oktober Betriebsurlaub.

Bravas! Patatas an der Donaulände

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Mezcal ist das jüngste unter den kulinarischen Neuzugängen in der Stadt. Seit Ende August offen. Ein kleines buntes Lokal an der Steiner Donaulände. Ich hab auf einen Happen vorbeigeschaut bei der sympathischen Familie, die hinter dem Lokal steht. Es ist nämlich die von Martina Wagensonner. Die macht wiederum Mode in Stein. Ihr Mann seit Ende August hier also Burritos und Tacos. Ein echter Mexikaner. Die Töchter helfen mit, was ihnen sichtlich Spaß macht. Serviert wird auf schönen handgemachten Tellern von Iris Auer-Möseler. Mein Favorit waren die Patatas bravas!

Mezcal
https://www.facebook.com/mezcalbarkrems/
Steiner Donaulände 82, 3500 Krems
Telefon: 0664 9420365, mezcalbar@hotmail.com
Mo-Sa: 10.30-14 Uhr, 17-22 Uhr

 

Es tut sich was kulinarisch in der Stadt. Bald auch am Kremser Pfarrplatz. Ich bleib für euch am Teller und am Glas. So geht’s gut gestärkt in den Herbst. Ich jetzt aufs Sofa. Verdauungsschlaf.

Schön, dass du wieder da bist.
Bis bald bei der nächsten LUST AUF KREMS-Geschichte!

 

 

 

 

 

 

Originaler geht nicht. Na echt nicht.

Bei Museumswirt Franz Hofbauer zu Gast. Oder: Warum man beim Rindfleischkönig über die Formel der Antibaby-Pille stolpert.

Das Lokal ist eigentlich nicht erzählbar. Und sein Wirt nicht beschreibbar. Weil man Originale erleben muss. Und ein Original ist er wirklich, dieser Franz Hofbauer. Er kocht nämlich Rindfleisch. Und das seit 1975. Nicht immer dasselbe, keine Angst. Aber auf die gleiche Art und Weise. Nämlich eine besonders gute. Habe ich zumindest schon aus verschiedenen, kulinarisch vertrauenswürdigen Ecken gehört. Und wenn ich das nächste Mal hier im Museumswirtshaus bin, werde ich den Tafelspitz kosten. Spätestens im Frühling. Im „Natur Gastgarten“, hier kann man nämlich besonders schön sitzen.

„Es gibt zwei Leute, die Rindfleisch kochen können. Der Plachutta und der Hofbauer“, nicht unbescheiden, der Museumswirt. Gefällt mir. Dann also Rindfleischkönig der Wachau. Aber das ist noch nicht alles. Sammler ist er. Offensichtlich. Das Lokal, so übervoll, dass es schon wieder charmant ist.

Und es dauert nicht lange, dann schleppt Herr Hofbauer das Buch an. DAS Buch. 20 Jahre. Ein Stück Zeitgeschichte. Maler, Politikerinnen, Karikaturisten, ORF-Sprecherinnen, Wissenschaftler, Musikerinnen … Wer aller schon in dieses Gästebuch geschrieben, gezeichnet, gekritzelt, geklebt hat: toll.

Zum Beispiel Gottfried Helnwein, der „den besten Erdäpfelsalat“ lobt. Oder Alfred Hrdlicka, der sich in Spiegelschrift ins Gästebuch verewigt hat. Oder Manfred Deix und Gustav Peichl, die sich hier schon viele Nächte um die Ohren geschlagen haben dürften – so wie die Zeichnungen wirken … Oder Carl Djerassi, der Erfinder der Antibaby-Pille, der die Pillen-Formel ins Buch gezeichnet hat. Oder Christiane Hörbiger, die sich endlich über einen Nichtraucher-Bereich freut. Oder. Oder. Oder. „Viel Geld hat man mir schon für dieses Buch geboten“, erzählt Franz Hofbauer. Verkaufen? Nie. „Das gibt’s ja heute nicht mehr.“


Leute, lasst euch dieses Buch zeigen, wenn ihr zu Franz Hofbauer essen geht. Und tut’s bald. Denn das ist die traurige Seite dieser Geschichte. Das Museumswirtshaus wird Ende des Jahres zusperren. Weil an seinem Platz das Kunstmuseum NÖ gebaut wird. Aber bis dahin kann man das Gefühl noch erleben: Hier an einem Platz zu sein, den’s kein zweites Mal gibt.

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Sonntag kriegt man’s selbstgebacken.

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Brunch im MOYOme in der Kremser Landstraße

Sonntag. Wetter sagt: vergiss‘. Magen sagt: iss! Ab ins MOYOme in die Kremser Landstraße. Dort gibt’s heute Brunch. Den zweiten Sonntag in Serie. Schon jetzt kein Geheimtipp mehr. Volle Tische. Beschwingtes Geplauder. Liegt’s am selbst gebackenen Brot? Den so außergewöhlich gewürzten Weckerl? Koriander? Oder am UNGLAUBLICH guten Schokokuchen? Keine Ahnung. Auch wurscht (Ja, auch für Fleisch-Esser ist was dabei).

Hummus. Gebratenes Gemüse. Natürlich selbstgemacht. Wie alles auf der „Budl“, die gleichzeitig Buffet ist, Mitten im Lokal – mit vollem Ausblick auf die Kremser Landstraße.

„Wenn du Gulasch magst, wirst du Shakshkuka lieben …“

… plaudert Mitbesitzerin Doris aus dem Nähkästchen, äh Suppentopf – und streichelt liebevoll „ihre Italienerin“. Temperamentvoll, kurvig, glänzend, so präsentiert sich La Cimbali, die Kaffeemaschine, Herzstück des Lokals. Zusammen mit FELIX Kaffee dafür verantwortlich, dass es zum Brunch einen tollen caffè gibt. Oder – getoppt mit der perfekten Crema – einen sehr guten Cappuccino.

Schluss mit der Schwärmerei. Die Zimtschnecken von Kathi kommen gerade aus dem Ofen.

Fazit: Brunch in toller Qualität, weil selbstgekocht, -gebacken und -gerührt. Unbedingt reservieren, weil schnell sehr voll.


MOYOme.  Obere Landstrasse 10.  A-3500 Krems
kueche@moyome.com. Tel: 0043-664-5144686. http://www.moyome.com